Santorin mit Kindern – unsere Hotspots!

Wow, war Santorin eine tolle Insel! Bei unserem Kykladen-Hopping im Sommer machten wir ganze 30 Stunden halt auf Santorin mit unseren Kindern, um uns einen schnellen, aber intensiven Eindruck von der berühmten Kraterinsel zu machen. Schon im Vorfeld waren wir skeptisch an den Besuch der Insel herangegangen, weil wir in der Vergangenheit so viel Negatives wie „Overtourism und Kreuzfahrtdestination“ gehört hatten. Da wir aber als Individualtouristen mit dem Auto unterwegs waren, entflohen wir den Touristenmassen in Thira und genossen mit den Kindern einige ruhigere Spots wie den Skaros-Felsen oder ein typisches Glas Vulkanwein auf dem Weingut Sigalas, ohne die Highlights wie Oia, den Red Beach oder den Leuchtturm auszulassen. Zudem erinnern wir uns an die schwarzen Lavasteine, die hohen Klippen, der feine schwarze Sand, die weiß getünchten Häuser mit ihren blauen Fensterläden und die pinkfarbenen Bougainvillen ein, die überall wachsen. Lest selbst!

Dies & Das für Santorin mit Kindern

Anreise

Nach Santorin könnt Ihr (vor allem in der Hauptsaison) von allen größeren deutschen Flughäfen fliegen. Wir sind mit der Fähre von Mykonos nach Santorin gefahren, die während der Hauptsaison mehrmals am Tag verkehrt. Schon bei der Einfahrt der Fähre nach Santorin bot sich uns ein toller Blick auf die Caldera. Die Caldera ist der unterseeische Krater, der wie ein Hufeisen im Meer liegt.

Unterkünfte

Alle Unterkünfte direkt an der Caldera kosten das mehrfache von den Unterkünften auf der anderen, flacheren Seite. Wenn Ihr mobil mit Auto seid, kann ich Euch nur empfehlen dort eine bezahlbare Unterkunft zu suchen.

Mobil vor Ort & Tipps

Santorin ist unglaublich hügelig und weil wir nicht so viel Zeit hatten, entschieden wir uns für einen kleinen Mietwagen, und nicht für öffentliche Verkehrsmittel. Am Ende waren wir auch ganz froh, da wir in der kurzen Zeit relativ viel gesehen hatten und um keinen Preis in überfüllten Bussen und langen Fahrtzeiten unterwegs sein wollten. Wir mieteten unseren Mietwagen direkt am Hafen, was recht teuer war. Unser Tipp: Wenn Ihr dort Euer Auto wieder abgebt, seid nicht zu spät dran, denn es gibt immer wieder Stau auf dem Weg zum Hafen.

Um den Touristenmassen am besten aus dem Weg zu gehen, empfiehlt es sich, ein Kreuzfahrtschiffradar anzuschauen, um die Anlegezeiten der Schiffe zu checken. Die meisten Kreuzfahrtgäste bleiben in Thira und Oia und das zwischen 10 und 17 Uhr. Danach geht es etwas geruhsamer zu.

Entstehung Santorin

Dass Santorin eine Vulkaninsel ist, ist weltbekannt. Deshalb möchten wir kurz von seiner Entstehungsgeschichte erzählen. Vor über 3000 Jahren gab es in der Ägäis eine gewaltige vulkanische Eruption, die einen Tsunami auslöste. Dabei wurde der Krater vom Santorinvulkan geflutet und der westliche Kraterrand tauchte im Meer unter. Der östliche Kraterrand, die Caldera, ist das heutige Santorin.

Unsere Hotspots auf Santorin mit Kindern

Einzigartige Kraterwanderung von Thira zum Skaros-Felsen

Eine sehr schöne, einstündige Kraterwanderung führte von Thira über Firostefani und Imerovigli zum Skaros-Felsen, der imposant vor der ganzen Insel thront. Die Wanderung begann in der Kratergasse in Thira und führte parallel zur Autostraße nach Imerovigli. In Imerovigli gingen dann Stufen bei der Kirche zunächst hinab und dann wieder hinauf zum Felsen. Wir hatten über 300 Stufen gezählt und bei Sommerhitze war die Wanderung schon eine wirkliche Herausforderung. Umso schöner war es, als wir dann direkt vor dem Skaros-Felsen standen und unsere obligatorischen Fotos machten. Unsere Kinder wollten dann aber auch keinen Schritt weiter, weil es steil bergab ging und sie nicht schwindelfrei waren. Wegen der zahlreichen Stufen lässt sie sich leider nicht mit dem Kinderwagen machen.

Touri-Hotspot Thira

Thira hatte uns nicht so gut gefallen, weil es hier sehr rummelig war und die Geschäfte eher auf Pauschal- und Kreuzfahrttouristen ausgelegt waren. Sehr schön war es aber ohne Frage, dort in einem der zahlreichen Restaurants oder Cafés an der Caldera zu sitzen und einen Kaffee zu trinken. Begeistert waren unsere Kinder auch vom Fisch-Spa, den wir auch schon aus Kreta kannten. Hier konnten sich die Kinder ihre Hornhaut von kleinen Fischen abknabbern lassen. Anfänglich kitzelte es den Kindern an den Füßen und sie lachten viel!

Luxus-Örtchen Oia

Sehr begeistert waren wir hingegen von Oia, das wir erst eine Stunde vor Sonnenuntergang besuchten. Geparkt hatten wir auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz, den wir sehr empfehlen können, da er direkt in der Stadt gelegen ist. Auf Google Maps könnt Ihr ihn gut finden, denn er ist der einzige Parkplatz, der eingezeichnet ist. Die Geschäfte und Restaurants in Oia waren sehr exklusiv und die Stadt hatte ein sehr gepflegtes Äußeres. Wir schlenderten durch das Örtchen und kurz vor Sonnenuntergang (den genauen Zeitpunkt solltet Ihr vorher im Internet checken) befanden wir uns an besagter Stelle, die wir gar nicht suchen mussten, weil uns die Touristenmassen hinführten. So spektakulär empfanden wir den Sonnenuntergang allerdings nicht, aber wir warteten trotzdem brav, bis die Sonne untergegangen war. Wir hatten auch einen sehr guten Platz bei einem Geschäft erwischt, das etwas erhöht lag. Normalerweise darf man zum Sonnenuntergang nicht in die Geschäfte, aber wenn Ihr einfach kurz vorher ein kleines Armbändchen kauft und recht freundlich seid, lassen Sie Euch gerne in der Pole Position stehen. Mit kleineren Kindern würden wir den Ort meiden, da es doch recht eng ist und die Kinder gequetscht werden können.

Gegessen hatten wir auf der Terrasse des Restaurants Pelikanos mit hochpreisigen, aber sehr leckerem lokalen Essen. Sehr zu empfehlen waren die frittierten Tomaten und das Kebap. Von dort soll man übrigens auch einen herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang haben.

Santorinischer Wein & Weingut Domaine Sigalas

Der Wein aus Santorin ist sehr bekannt, zumal er durch den vulkanischem Boden eine besondere Note hat. Uns wurde von Freunden empfohlen, ein santorinisches Weingut aufzusuchen und dort eine kleine Verkostung vorzunehmen. Wir entschieden uns für das Bio-Weingut Domaine Sigalas und probierten uns durch zahlreiche Weine, die es für eine Pauschale von EUR 35 zu trinken gab. Auch leckere kleine Mezze wurden zum Wein auf der schönen Terrasse serviert. Das Weingut führt auch auf Wunsch eine Führung und Degustation durch.

Red Beach – Touri-Nap?

Der Red Beach war eine absolute Touristenattraktion, die wir uns nur kurz aufgrund der Touristenmassen ansahen, dann aber auch schnell wieder verschwanden. Denn, wer am Strand mit den Roten Felsen liegen möchte, muss seinen Nachbarn schon sehr mögen, da es hier schlimmer zugeht als in einer Sardinenbüchse. Dennoch fanden wir ihn sehenswert, weil er aus komplett rotem Sand und Gestein besteht. Vielleicht sollte man einfach früh morgens oder spätabends da sein, wenn die meisten Touristen noch nicht da bzw. schon weg sind.

Ausgrabungsstätte Akrotiri – ganz unbedingt!

Absolut sehenswert ist die Ausgrabungsstätte Akrotiri. Hier wurde in den 50er Jahren ein 3000 Jahre altes Dorf entdeckt, dessen Bewohner wohl vor den Lavamassen des eruptierenden Vulkans rechtzeitig fliehen konnten. 60 Meter hoch soll die Erd- und Ascheschicht gewesen sein, die das Dorf bedeckte. Die Stätte ist überdacht und kann somit jederzeit besichtigt werden, ohne dass ein Sonnenschutz oder Regenschirm benötigt wird. Wir waren vor 11 Uhr da, als sich die Touristenströme noch in Maßen hielten. Der Vorstellungskraft der Kinder war keine Grenzen gesetzt und sie malten sich aus, wie die Dorfbewohner damals vor der heißen Magma fliehen mussten.

Leuchtturm Faros beim Kap Akrotiri – Sundowner-Spot?

Der Blick vom Leuchtturm auf die Caldera ist einfach zauberhaft und wir statteten ihm einen kurzen Besuch ab. Hier konnten wir ein letzten Mal auf die Caldera bis nach Oia schauen. Viele Besucher hatten uns erzählt, dass es dort beim Sonnenuntergang viel schöner sein soll als in Oia. Vielleicht sollten wir das nächste Mal mit einem Picknickkorb und einem Sundowner bewaffnet, den Sonnenuntergang lieber dort genießen?

Schwarzer Sand bei Perissa

Endlich wollten wir unseren Kindern den versprochenen schwarzen Sand von Santorin zeigen. Auf eine Empfehlung eines Einheimischen fuhren wir zum Strand von Perissa, wo wir auch auf Anhieb einen Parkplatz fanden. Die Kinder fanden ihn unglaublich toll – auch wegen seiner schwarzen Farbe und schnorchelten nach interessanten Lavasteinformationen. Der Strand war nicht chic, sondern unkompliziert und familienfreundlich mit günstigen Liegen. Gegessen hatten wir im Restaurant Apollo, einer einfachen, aber sehr leckeren Taverne direkt am Strand.

Caldera-Inseln Néa Kaméni und Paléa Kaméni

Die beiden vorgelagerten Inseln Néa Kaméni und Paléa Kaméni sind einen Bootsausflug wert, denn auf Nea Kameni gibt es einen 120m hohen Krater und vulkanische Aktivität mit aufsteigenden Schwefeldämpfen. Wir hatten aufgrund der wenigen Zeit auf diesen Ausflug verzichtet, würden den Ausflug aber das nächste Mal nachholen.

Carlotta’s Tipps

Santorin war für mich eine schöne, doch wegen der Touristen etwas trubelige Insel. Gleich als wir ankamen, besuchten wir ein nettes Cafe, in dem wir den Ausblick über die Caldera genossen. Die Caldera ist der Kraterrand der Vulkaninsel.
Im Übrigen war die Ausgrabungsstätte ein sehr interessantes Ziel, denn dort erfuhren wir viel über den Vulkanausbruch vor vielen 1000 Jahren. Unter anderem überschüttete er mehrere Dörfer mit Asche und Magma. In der Ausgrabungsstätte besichtigten wir die alten ausgegrabene Vasen und Ruinen. Darüber hinaus gab es ein paar Filme, in denen erklärt wurde, wie es zu dem Vulkanausbruch kam.
Besonders schön war die kleine Wanderung, bei der wir die ganze Insel überblicken konnten und das Typische an Griechenland sahen: die hübschen, weißen, kleinen Häuschen mit den süßen, blauen Fenstern.
Und auch der Schwarze Sand war natürlich ganz besonders und etwas heiß.

 

Seid Ihr so überzeugte Griechenlandliebhaber wie wir? Dann lest doch noch unseren Kreta– oder Milos-Artikel.

 

 

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