Ostalgarve – die besten Tipps mit Kindern! Von Faro bis zur spanischen Grenze

Habt Ihr alle schön fleißig unseren Artikel zur Westalgarve gelesen? Dann seid Ihr vielleicht auch gespannt, was die Ostalgarve alles zu bieten hat: süße portugiesische Städt(ch)en, das wunderschöne Naturschutzgebiet Ria Formosa, seine fast einsamen Sandinseln und vieles mehr. Nachdem wir in diesem Jahr schon an vielen Orten mit viel zu vielen Touristen waren, waren wir über ein wenig Einsamkeit und Authentizität sehr erfreut!

Ostalgarve – die besten Tipps mit Kindern!

Nachdem die Westküste Portugals und ein Teil der Westalgarve den Wassersportlern vorenthalten ist, ist die Ostgalgarve ein wahres Badeparadies für Familien. Das Wasser ist auch etwas wärmer als an der Westalgarve. Wir waren ganz begeistert vom Charme der portugiesischen Städte mit ihren bunten Häusern, dem verblichenen Stolz besserer Tage, die uns oft an die Kolonialstädte Kubas erinnerten.

Faro – eine spannende, authentische portugiesische Stadt

Faro hat eine wunderschöne, historische Altstadt, die Ihr unbedingt besichtigen müsst. Auch der gefürchtete Pirat Francis Drake war schon hier und hatte die gesamte Stadt geplündert. Wir fanden Faro deshalb so ansprechend, weil sie eine typisch portugiesische Stadt ist, durch die sich keine Touristenströme durchzwängen. Wir fanden eine sehr schöne, renovierte Altstadt vor, aber auch baufällige Häuser, die ihre besten Zeiten hinter sich hatten. Der Aufschwung kommt hier nur langsam, aber er ist sichtbar.

Am besten parkt Ihr Euer Auto direkt unterhalb der Stadtmauern, die die Innenstadt umgeben. Als Orientierung für das Navigationssystem gebt Ihr am besten “Largo de Sao Francisco“ ein. Die Stadtmauer stammt noch aus der Römerzeit und wurde schön restauriert. Große Bekanntheit genießen die Stadttore. Am Arco do Repouso findet Ihr ein Azulejos-Bild, das die Eroberung des Landes durch König Alfonso III darstellt. Das zweite Tor Arco da Vila ist völlig in Beschlag genommen von Storchennestern. Wir haben insgesamt fünf Nester gezählt. Äußerst sehenswert ist auch die Kathedrale Sé. Besteigt Ihr den Turm, habt Ihr eine wunderbare Sicht auf die Ria Formosa und Faro. Die Kathedrale wurde auf den Ruinen einer Moschee erbaut. Ebenfalls eindrucksvoll waren die farbigen Azulejos an den Seitenwänden der Schiffe. Die Umgebung um die Kathedrale mit dem Bischofspalast und dem Archäologischen Museum sind auch sehenswert. In der Altstadt findet Ihr zahlreiche nette Restaurants, z.B. das “O Castelo”. Ein absoluter Hit ist das Antiquitätengeschäft in der Rua da Porta Nova, direkt an der Kathedrale. Hier haben wir wunderschöne antike Azulejos gekauft. Lauft Ihr durch den Arco de Vila oder den Arco de Repouso, gelangt Ihr in die Innenstadt mit ihren Geschäften.

Küste bei Vale do Lobo – Rote Klippen und feinsandiger Strand

Zugegebenermaßen ist die Küste bei Vale de Lobo Golfplätzen gewidmet. Unabhängig davon sind die feinsandigen Strände einzigartig, denn sie liegen an roten Klippen, die kuriose Formationen haben. Die Dünen sind beeindruckend. Wir konnten einige Wasservögel beobachten. Aber auch die Strände sind wunderschön und eignen sich perfekt zum Baden. Ein schickes Restaurant ist das “Maria Beach Algarve”, das preislich ok ist, für das Ihr aber dringend eine Reservierung benötigt.

Naturschutzgebiet Ria Formosa – Tiere beobachten und (fast) einsam baden

Die Ria Formosa ist eine einzigartige Dünen- und Lagunenlandschaft zwischen dem Flughafen von Faro und Tarvita. Sie erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 170 Quadratkilometern. Hier machen viele Wandervögel auf den Weg in den Süden Halt und nutzen es als Brutgebiet oder als Heimat. Es gibt über 200 Vögel-, 700 Pflanzen-, 100 Krustentiere-, 80 Fisch- und 15 Reptilienarten, die Ihr mit etwas Glück beobachten könnt. Also unbedingt Ferngläser mitnehmen! Wir sind mit der Fähre und privaten Bootanbietern durch die Lagunen geschippert und haben einen Ausflug auf einem der schönen Inseln gemacht, die das Festland vor dem Atlantik abschirmen. Auf unserem Bootstripp haben wir Flamingos, Löffler und weitere Wasservögel beobachtet – herrlich!

Besonders ans Herz legen möchten wir Euch eine Nachtwanderung in der Ria Formosa, die von “Per Nature” organisiert wurde. Wusstet Ihr, dass Chamäleons nachts hell leuchten? Wir sind bei Vollmond mit Ferngläsern ausgerüstet in die Ria Formosa marschiert und haben dort die R… gesehen, ein Vogel, der nur nachts singt! Wir lauschten Eulen und sahen Moorhühner brüten. Auch zahlreiche Fledermäuse waren unterwegs.

Der Naturpark Ria Formosa besitzt einen Lehrpfad, den Ihr gut mit dem Kinderwagen machen könnt. Zugegebenermaßen ist er nicht sonderlich gepflegt, aber wenn Ihr Lust habt, Euch ein bisschen zu bewegen und etwas mehr über Ria Formosa zu erfahren, habt Ihr hier eine gute Möglichkeit. Der Eingang zum Natur-Lehrpfad befindet bei Olhao (Navigationssystem: 8700-225 Olhao). Uns haben die Vogelbeobachtungsstationen sehr gefallen und wir konnten Komorane, Schmalschnabellöffler, Moorhühner und Schildkröten beobachten. Fasziniert waren die Kinder auch von den Einsiedlerkrebsen.

Olhao – der größte Fischmarkt der Algarve!

Olhao ist bekannt für seinen Fischmarkt, der der Größte an der Algarve ist. Ein beeindruckendes Erlebnis, wenn frisch gefangener Fisch und Meeresfrüchte in so einer Vielfalt präsentiert werden! Auch könnt Ihr in Olhao sehr gut Fisch essen. Wir empfehlen Euch das Restaurante Prazeres, direkt gegenüber der Fisch-Markthalle.

Ilha Culatra und Farol – fast wie in der Südsee

Etwa 30 Minuten von Olhao entfernt liegt die Fischerinsel Ilha Culatra. Als wir im Juni da waren, war sie menschenleer. Sie wartet mit traumhaften Sandstrände auf – wir fühlten uns wie in der Südsee! Selbst in der Hauptsaison soll man ein Plätzchen mit einem Abstand von 20 Metern zum nächsten Nachbarn finden. Die Insel hat drei kleine Dörfchen, die alles anbieten, was das Urlauberherz braucht. Natürlich gibt es auch einige Strandliegen-Anbieter.
Wir nahmen die Fähre von Olhao nach Culatra, die mit ca. 4 EUR für Erwachsene und 2 EUR für Kinder (hin- und zurück) unschlagbar günstig war. Der Fähranleger liegt hinter den Markthallen von Olhao. Ihr solltet recht früh am Ticketshop sein, denn sogar bei uns in der Vorsaison war die Schlange lang. Wir buchten hin nach Culatra und zurück ab Farol, zwei unterschiedliche Dörfer auf der Ilha Culatra. Als wir auf der Insel ankamen, erwartete uns ein kilometerlanger Holzsteg, der uns über die Dünen an den breiten, feinsandigen, weißen Strand brachte. Wir spazierten in einem gemütlichen Tempo in zwei Stunden nach Farol, barfuß im Sand. Die Kinder sammelten Muscheln und sprangen ab und zu ins Wasser. Es war einfach nur herrlich. In der Ferne konnten wir den Leuchtturm von Farol erkennen. Als wir in Farol ankamen, kehrten wir in die Hippie-Strandbar Maramais ein, die wir absolut empfehlen können. Leckere Smothies, Mocktails, weiße Sangria und leckere Muscheln warteten auf uns! Schließlich ging es dann mit der Fähre wieder zurück nach Olhao. Ein absolutes Highlight auf unserer Algarve-Reise!

Sao Bras de Alportel – das Korkzentrum der Algarve

Sao Bras de Alportel ist das Korkzentrum der Algarve. Hier wachsen die Korkbäume, deren Rinde in den Fabriken weiterverarbeitet werden. Wir hatten eine Führung durch die Korkfabrik “Novacortica”. Anfangs wurde uns erklärt, wie lange Korkbäume brauchen, um qualitativ hochwertigen Kork zu produzieren. Dann wurden uns gezeigt, wie die unterschiedlichen Ernten von Kork in der Qualität einen Unterschied machen. Zudem lernt Ihr, wie Wein- und Champagnerkorken hergestellt werden und welch andere Verwendungsformen es noch gibt. Aufmerksam auf die Korkproduktion waren wir geworden, als wir in unterschiedlichen Shops Hüte und Taschen aus Kork bestaunten. Alles in allem war die Besichtigung der Korkfabrik sehr interessant und empfehlenswert. Allerdings eignet sie sich nur mit älteren Kindern, da sie in Englisch ist.

Insel Barril – mit dem Zug zu einem der schönsten Strände der Algarve

Der Strand Praio do Barril ist sehr schön und das Wasser glasklar. Auch der Weg dorthin ist eine Attraktion: mit einem kleinen Mini-Zug starteten wir von Santa Luzia aus nach Praio do Barril. Der Zug diente früher den Fischern, um den Fischfang zum Festland zu transportieren. Die Zugfahrt ist nicht ganz günstig, der Weg zu Fuß zum Strand mit kleinen Kindern in der Hitze aber doch zu weit (ca. 1 km). In Santa Luzia gibt es einen großen Parkplatz. Von dort überquert man eine Brücke und gelangt zum kleinen Bahnhof. Der Strand ist sehr breit und es gibt zahlreiche Strandabschnitte mit Liegen sowie zahlreiche Restaurants und Geschäfte. Eine Besonderheit ist auch der Ankerfriedhof, mehrere Sanddünen mit Ankern, die einst den alten Fischerbooten gehörten.

Tavira – die Perle an der Ostalgarve

Uns hat die Stadt Tavira so gut gefallen, weil sie auf sehr gepflegt war und ein schönes mediterranes Flair hatte. Durch Tavira fließt der Fluss Gilao, der die Stadt in zwei Teile teilt. Auf der einen Seite befinden sich die Sehenswürdigkeiten, auf der anderen Seite schöne Restaurants und Geschäfte.

Salinen – das beste Salz der Algarve

Vor Tavira befinden sich sehr bekannte Salzpfannen. Wir sind einfach mit dem Auto hingefahren und haben dem Verdunstungsprozess des Meereswasser zugeschaut. Es gibt aber auch Führungen durch die Salinen.

Eine tolle Unterkunft an der Ostalgarve ist das Casa Flor de Sal. Mehr Infos findet Ihr hier.

Ihr wollt mehr über Portugal wissen? Dann lest doch auch unsere Artikel „Lissabon mit Kindern„, „5 Things to do in Lissabon„, „Westalgarve„, oder „Zwei Wochen mit dem Wohnmobil durch Portugal“.

 

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