Lissabon mit Kindern

Lissabon ist unserer Meinung nach gemeinsam mit New York die schönste Stadt der Welt. Die Stadt ist authentisch, unglaublich quirlig und lebendig. Auch wenn Massen von Touristen durch die Straßen flanieren, hatten wir nicht das Gefühl, dass sie die Stadt beherrschen. Was Ihr mit Kindern in Lissabon erleben könnt, erfahrt Ihr in unserem Artikel.

Lissabon mit Kindern

Unsere Tipps vorab

1. Beste Reisezeit

Bevor Ihr nach Lissabon reist, solltet Ihr wissen, dass die Stadt sehr hügelig ist. Auch wenn immer ein frisches Lüftchen weht, wird es mit dem „Auf- und-Ab“ schnell anstrengend. Wenn dann noch die Hitze dazu kommt, wird es unerträglich. Daher unser Tipp: Macht Eure Lissabon-Reise im Frühjahr und erst, sobald Eure Kinder gut laufen können. Auch, weil Kinderwägen auf den schmalen Bürgersteigen kaum Platz finden.

Plant am besten mindestens drei volle Tage für Lissabon ein, um die meisten Sehenswürdigkeiten ohne Stress besichtigen zu können.

2. Besichtigungen

Seid unbedingt vor den Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten da, sonst müsst Ihr sehr lange anstehen. Noch wichtiger: Bucht Tickets, so weit es geht im Voraus! Macht Besichtigungen antizyklisch. Fahrt zum Beispiel die Elevadores nicht hinauf, sondern hinunter, auch wenn das anstrengender ist. Nehmt die berühmte, historische Tram nicht in Alfama, sondern im Barrio Alto etc.

3. Wohnen

Bucht Euch eine schöne AirBnB-Unterkunft. Wir fanden es toll, inmitten lauter portugiesischen Familien zu wohnen. Aus unserem Wohnzimmerfenster hatten wir einen Blick in die gegenüberliegenden Appartments. Interessant, wie andere Familien zu Abend essen, Kinder ihre Hausaufgaben machen und dann schlafen gehen.

4. Anreise

Reist auf keinen Fall mit dem Auto nach Lissabon. Die Straßen sind voll, eng und es gibt fast keine Parkplätze. Und wenn es welche gibt, sind diese höllisch teuer! Die eisten deutschen Flughäfen bieten Direktflüge nach Lissabon an und die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt ist sehr unkompliziert.

 

Als wir in Lissabon waren, fühlten wir uns ein paar Jahrhunderte zurückversetzt. Vielleicht gaben uns die oft nicht restaurierten Stadtteile dazu Anlass. Auch wenn viele Gebäude schon renoviert waren, befanden wir uns von einem Augenblick auf den anderen, eine Straße weiter, in einem Lissabon, wie wir es uns vor über 100 Jahren vorstellen. Da die Geschichte hier noch viel präsenter als in anderen Städten ist, geben wir Euch daher einen kurzen historischen Abriss zu Lissabon:

Lissabons Geschichte in „Kurz-Kurzform“

Neben Phöniziern, Römern und Mauren prägten die Alanen, ein iranischer Volksstamm, das Stadtbild Lissabons. Das einschneidenste Ereignis der  Stadt war das Erdbeben von 1755. Lissabon wurde fast gänzlich zerstört. Marques de Pombal ließ die zerstörten Stadtteile wieder aufbauen. Mit dem Eintritt in die EU blühte die Stadt in den 90-iger Jahren auf. Lissabon wurde Gastgeber der Fußball-EM 1994.

Lissabon mit Kindern – die besten Sehenswürdigkeiten in drei Tagen

Ein halber Tag für die Viertel Bairro Alto, Chiado und Baixa

In Chiado lässt es sich herrlich bummeln und die edlen Geschäfte des exklusiven Viertels bestaunen. Chiado ist das Künstlerviertel schlechthin und ist nur wenige Straßenzüge groß. Trinkt einen Kaffee oder frühstückt im Café A Brasileira, einem pittoresken holzverkleideten Café mit einem antiken Zeitungskiosk.

Wunderschön in Chiado gelegen ist die Kirche Igreja do Carmo, die einen Besuch lohnt. Die gotische Kirche wurde während des Erdbebens von 1755 zerstört und es steht nur noch die Fassade da, die ein sehr imposanter Bau ist! Von hier aus sind es nur einige Meter zum berühmten Elevador Santa Justa. Der Elevador bringt Euch in das Viertel Baixa.

Im Bairro Alto lässt es sich ebenfalls herrlich flanieren. Wenn Ihr die Rua de Misericordia hinauf in Richtung Botanischer Garten marschiert, kommt Ihr zu netten Boutiquen und Concept Stores. Bekannt ist die Embaixada, ein beeindruckendes Gebäude mit zahlreichen kleinen Geschäften und einem schönen Restaurant mit Grünterrasse, auf der Eure Kinder spielen können, während Ihr speist. Wenn ihr die Straßen hinab in Richtung Tejo, dem Fluss Lissabons, bummelt, gelangt Ihr zum schönsten Aussichtspunkt, dem Miradouro Santa Catarina. Dort hatten wir uns mit ein paar Sundowner niedergelassen (die wir dort an einem Kiosk kauften) und genossen den Blick über die Häuserdächer. Danach liefen wir weiter runter an den Tejo und flanierten weiter (endlich ebenerdig) und parallel zum Tejo. Wir erreichten das Stadtviertel Baixa mit seinen großzügigen Plätzen und Avenuen. Die Baixa, auch Unterstadt genannt und ebenerdig, entstand nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 komplett neu. Hier findet Ihr Ketten wie Adidas, Zara etc.

Ein halber bis ganzer Tag in Belem

Belem ist ein sehr schöner Stadtteil im Westen Lissabons, in dem sich einige weitere Sehenswürdigkeiten aneinanderreihen. Am besten fahrt Ihr mit der Tram 15 nach Belem. Sie fährt ab dem Praça do Comércio direkt am Tejo entlang bis nach Belem. Ein absolutes Muss ist das Mosteiro dos Jeronimos, das Hyronymos-Kloster, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier empfiehlt es sich, sehr früh da zu sein oder erst sehr viel später, also nachmittags, wenn die Touristenmassen noch nicht oder nicht mehr da sind. Warteschlangen bis zu zwei Stunden sind nicht unüblich. Was gibt es hier zu sehen? Hier ruhen Portugals Persönlichkeiten. So steht hier der Sarkopharg von Vasco de Gama, dem berühmten portugiesischen Seefahrer, der vor rund 500 Jahren den Seeweg nach Indien entdeckte. Sehr schön ist der märchenhafte Kreuzgang. Ein weiteres Highlight ist der Torre de Belem, der als Wehrturm fungierte, als die portugiesischen Entdecker in See stachen. Der Torre stand einst mitten in Lissabons Fluss Tejo, der aber immer mehr versandete. Mittlerweile ist er sehr ans Ufer „gerückt“.

Eine sehr schöne Aussicht habt Ihr vom Padrao dos Descobrimentos, ein Denkmal für portugiesische Entdecker. In das Denkmal sind wichtige Persönlichkeiten aus der Entdecker- und Seefahrerzeit eingemeißelt. Von oben hat man einen tollen Blick auf das Kloster, die Brücke des 24. April und Lissabon. Wir haben es bis nach oben geschafft und von dort sehr schöne Fotos gemacht.

Vom Padrao dos Descobrimentos sind wir zur Brücke des 25. April (Ponte de 25 Abril) gelaufen. Ein weiteres Wahrzeichen Lissabons. Sie erinnert an die Golden Gate Bridge in San Francisco und ist die drittlängste Hängebrücke der Welt.
Wir sind noch ein Stück weiter mit der Tram 15 in Richtung Zentrum gefahren und am Cais de Sodre ausgestiegen, um im  sensationellen Food Court „Time Out Market“ zu lunchen. Hier gab es leckere portugiesische Spezialitäten an verschiedenen Ständen, aber auch internationales Essen. Die Kinder fanden es ganz aufregend, aus den verschiedenen Speisen auszuwählen.

Ein halber Tag für Alfama und das Castelo de Sao Jorge

Schaut Euch unbedingt das Castelo de Sao Jorge an. Unsere Kinden fanden es spannend, in und auf den Burgmauern herumzustreifen und sich vorzustellen, wie hier einst mächtige Herren geherrscht hatten. Ein perfekter Ausflug für Lissabon mit Kindern. Auch der Blick über Lissabon überzeugte uns, denn das Castelo thront über den Dächern der Stadt. Die mittelalterliche Zitadelle war Stützpunkt vieler Herrscher des Landes und auch königliche Residenz.

Das Stadtviertel Alfama haben wir mit Andreas Müller von KonzepTours erkundet. Absolut zu empfehlen! Andreas Müller, ein waschechter Hamburger, lebt schon seit über 30 Jahren in Lissabon. Er erzählte uns während unseres Rundgangs durch die Alfama viel über Portugal, die Kultur und Menschen. Alfama war das Armenviertel Lissabons und befindet sich rund um das Castelo. Es ist das älteste Viertel und wurde wie ein Wunder nicht durch das Erdbeben zerstört. Teilweise trifft man noch auf mittelalterliche Elemente. Andreas zeigte uns die Geheimecken der Alfama, kleine Gässchen und Treppen, lauschige Plätzchen und kleine Kapellen, die sich wie ein Labyrinth aneinander fügten. Teilweise waren die Häuser schön renoviert, andere waren baufällig. Laut Andreas war Alfama das Stadtviertel des Wassers: überall waren Brunnen und Zisternen zu sehen. Wassernot herrschte hier nie! Es lohnt sich durch die kleinen Gässchen zu schlendern und sich in das damalige Lissabon zurückzuversetzen. Andreas besuchte mit uns den einzigartigen Aussichtspunkt Miradouro de Santa Luzia mit einem grandiosen Blick über das Dächermeer. Der Miradouro ist ein mit Bougainvillen geschmückter Platz, der anhand von zwei Kachelmotiven eine Ansicht Lissabons vor dem Erdbeben zeigt.

Auch lohnte ein Blick in die Kathedrale Se. Sie ist die älteste und größte Kirche Lissabons, die das Patriarchat Lissabons beherbergt!
Auch für unsere Kinder hatte Andreas einen Geheimtipp: das Pois Café. Ein urgemütliches Sofa-Café, das eine Wienerin eröffnet hat. Unsere Kinder haben hier Stunden verbracht und sich deutsche! Bücher in der Bücherecke angeschaut, während wir Kaffee getrunken hatten. Perfekt für Lissabon mit Kindern!

Wer es noch weiter zur Igreja de Santa Engracia und zum Pantheon schafft, der sieht hier die Ruhestätte vieler Persönlichkeiten Portugals.

Ein halber Tag für das Ozeanarium

Das Lissaboner Ozeanarium ist das zweitgrößte Aquarium der Welt und nicht nur für alle Meerestierliebhaber ein Muss! Wir liefen um ein riesiges Aquarium mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Kubikmeter Wasser herum. Es war sieben Meter tief und erstreckte sich über zwei Stockwerke. In diesem großen Becken konnten wir über 100 Tierarten wie Barrakudas, Haie, Rochen, Thunfische, Mondfisch, Zackenbarsche und Muränen entdecken. In weiteren Räumlichkeiten befanden sich weitere Aquarien und Schaukäfige mit Seeottern und Pinguinen. Die Kinder waren begeistert und mein Mann ebenfalls, der leidenschaftlicher Taucher ist.

Lissabon mit Kindern: Schöne Restaurants mit…

…älteren Kindern

Time Out Market, Av. 24 de Julho 49, Lisboa, Portugal
Taberna Moderna, Rua dos Bacalhoeiros 18A, Lisboa, Portugal

Café A Brasileira, Rua Garrett 120Lisboa, Portugal

.. mit kleineren Kindern

Embaixada, Praça do Príncipe Real 26, 1250-184 Lisboa, Portugal
Casa de Pasto, Rua de S. Paulo 20, 1200-014 Lisboa, Portugal

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