Familienurlaub in Israel? Eine fantastische Idee! Sandstrände, Kultur, Geschichte, feinstes Essen, kinderfreundliche Infrastruktur - Israel bietet alles

Israel? Wirklich? Ist das euer Ernst? Wieso Israel? Diese Frage haben wir von ziemlich jedem gehört, als wir erzählten, dass wir mit unseren 2 kleinen Töchtern (6 Monate und 2.5 Jahre alt) zwei Wochen nach Israel reisen würden. Ja, es gibt bekanntere Urlaubsziele, das stimmt. Doch in punkto Erreichbarkeit (mehrere Direktflüge pro Tag), Kinderfreundlichkeit der Einwohner, dem Angebot an Kultur, Geschichte und auch urbanem Lifestyle gemixt mit einer schier unendlichen Auswahl an öffentlichen Spielplätzen und Badestränden, kulinarischen Köstlichkeiten und einem spannenden Bevölkerungsmix ist Israel eine wahre Traumdestination für grosse und kleine Entdecker.

Familienurlaub in Israel? Eine fantastische Idee!

Nützliche Informationen vorab

Tel Aviv ist einfach per Direktflug (3.5 Stunden ab Zürich mit Swiss oder El Al Airlines) zu erreichen, was die Anreise mit kleinen Kindern reizvoll macht. Es hat allerdings zusätzliche Sicherheitsmassnahmen am Flughafen, die es bei Flügen nach und aus Israel zu beachten gilt. Um diese stressfrei bewältigen zu können, waren wir, wie empfohlen, jeweils 3-4 Stunden vorher bereits fertig eingecheckt am Schalter. Auch in Israel selbst hat es in öffentlichen Gebäuden wie Bahnhöfen, Shopping Malls und Museen Sicherheitschecks in Form von Metalldetektoren und Sicherheitspersonal, an die man sich allerdings schnell gewöhnt. Wir haben uns trotz der merklichen Militärpräsenz und den Spannungen zwischen den verschiedenen Einwohnergruppen immer sicher gefühlt.
Eine weitere Besonderheit müsst Ihr bei Reisen nach Israel noch beachten: den Shabbat (ab Freitag Nachmittag bis Sonnenuntergang am Samstag). Der öffentliche Verkehr steht so gut wie still, Märkte und Geschäfte schliessen früher, Taxen, Busse und Züge stellen ihre Fahrten ein. Organisiert Euch also immer schon rechtzeitig einen benötigten Transfer, falls ihr während des Shabbat ankommt und plant Eure Reisezeit auch während des Urlaubs so, dass ihr die lokalen Feiertage und Shabbat immer im Hinterkopf behaltet (Feiertaginfos zu Israel hier).
In Gaststätten und Cafés werden Kinder mit offenen Armen empfangen: es hat immer Kindersitze oder Sitzauflagen, die grosse Auswahl an Mezze, die mitten auf den Tisch gestellt werden und sich jeder frei bedienen kann, macht es einfach, die Mahlzeiten zu teilen. Ja, es wird auch mit den Fingern gegessen, was es uns Eltern auch manchmal einfacher gemacht hat: ein Stück Pita Brot links und eine Schale vom köstlichen Hummus rechts und die Kinder (und wir!) waren glücklich.
Kleiner Tipp: Wenn man mit Babies verreist, ist es auch gut zu wissen, dass es in den grossen Drogerieketten in Städten wie z.B. Super Pharm auch eine Auswahl an Babybrei und Milchpulver sowie Windeln und andere Babyartikel hat, auch wenn man beim Entziffern der oft nur in hebräisch angeschriebenen Produkte einen netten Local fragen muss.

Tel Aviv

Kinderfreundliche Unterkünfte zu finden ist in Israel kein Problem – Hotels wie auch private Unterkünfte bieten eine riesige Auswahl an familienfreundlichen Optionen. Unser grosses AirBnB-Apartment bei der belebten King George Street im Herzen von Tel Aviv war voll ausgestattet mit Kinderbetten, Spielzeug für drinnen und draussen und einer Kinderbadewanne zum gleichen Preis wie ein Hotelzimmer. Die Nähe zum fantastischen Spielplatz im Meir Park hat uns geholfen, Abwechslung ins touristische Programm zu bringen: Unter schattenspendenden Bäumen und Sonnenplanen haben wir schnell Locals und deren Kinder kennengelernt, konnten uns austauschen und mehr über das Leben in Israel erfahren. Tel Aviv ist voll von jungen, modernen Eltern, die aus der ganzen Welt ins boomende Israel gezogen sind, um dort in der New Economy mit ihren vielen aufstrebenden Start Ups zu arbeiten. Auf der Strasse hört man neben hebräisch und arabisch auch viel französisch, englisch, deutsch, italienisch und russisch – eine gemeinsame Sprache zum kommunizieren findet sich also immer!
Wir schätzten an Tel Aviv aber nicht nur die vielen schattigen Spielplätze, freundlichen Einwohner und moderne Infrastruktur, sondern auch die fantastische Strandpromenade mit feinem weissem Sand und geschützten Badebuchten. Unsere kleinen Kinder konnten am Jerusalem Beach problemlos baden und plantschen, da sie am sanft abfallenden Sandstrand sicher aufgehoben waren. Auch hier lernten wir viele Anwohner kennen, man teilt sich das Sandspielzeug, die Stimmung ist ungezwungen.
Im Norden des Zentrums liegt der voll renovierte Old Tel Aviv Port, der mit seiner einladenden Promenade, Spielplätzen, Restaurants, Shops und Nähe zum Stadtflughafen Yafo Sde Dov zu Aktivitäten wie Fahrradtouren, Flugverkehr betrachten, Essen und herumtollen auf den verschiedenen Spielelementen einlädt (http://www.yarid-hamizrach.co.il/)

Restaurant- und Cafétipps in Tel Aviv:

Manta Ray
Super Beachocation, sehr feines Essen mit Blick auf Old Jaffa, den Strand. Unbedingt die verschiedenen Mezze probieren, fantastische Fischgerichte. Nicht günstig!
Direkt am Alma Beach, Tel Aviv
http://mantaray.co.il/

Ali Caravan
Bester Hummus der Stadt. Klein und voll, aber unglaublich köstlich. Ein wenig ab vom Schuss in Old Jaffa, aber einen Besuch wert. Man sitzt gemeinsam auf allen verfügbaren Stühlen an den kleinen Tischen. Achtung: nur morgens und mittags offen, ab 15 Uhr geschlossen.
Ha-Dolfin St 1, Tel Aviv

Cafe Bialik
Fantastisches Shakshouka (Tomatengericht in der Pfanne mit Eiern) und Frühstück. Sehr beliebt an Wochenenden, daher früh kommen.
Bialik St 2, Tel Aviv
http://www.cafebialik.co.il/

Cafelix HaAvoda Street
Köstlichster Kaffee der Stadt und kleine Häppchen, sehr freundlicher Service, kleine Terrasse.
18 Ha’Avoda Street, Tel Aviv
https://www.facebook.com/pages/Cafelix-Haavoda/1001105673249908

Haifa – eine gelungene Abwechslung

Ein Sprichwort besagt: In Jerusalem wird gebetet, in Tel Aviv wird gefeiert, in Haifa wird gearbeitet. Als wir von der modernen, kosmopolitischen Stadt Tel Aviv für den zweiten Teil der Reise ins nördlich gelegene Haifa fuhren, waren wir erst leicht geschockt: Die drittgrösste Stadt Israels hat nicht viel gemeinsam mit dem westlich orientierten Tel Aviv. Sie erscheint viel bodenständiger und  chaotischer. Man hört auf der Strasse eher arabisch und russisch, grosse internationalen Ladenketten sind nicht mehr zu finden. Doch der Reiz Haifas liegt gerade an diesem anderen Mix: vieles ist ursprünglicher, authentischer und weniger bekannt. Wir fühlten uns  wie in einer anderen Welt.
Der grosse industrielle Hafen dominiert die Bucht, die arabische Bevölkerung wohnt eher in den Niederungen der Stadt, während die reicheren Bewohner auf den Hügeln über der Stadt thronen. Unsere Unterkunft lag an den wunderbaren Bahá`í Gardens, die sich wie ein tropischer Teppich aus wunderbaren Blumen und Bäumen den Weg nach unten durch die Stadt bahnen. Dies ist auch eines der Highlights des Haifa Besuchs – im Schatten der Gärten lässt sich die Hitze gut ertragen (leider darf man die Rasenflächen nicht betreten, da es sich um eine religiöse Gedenkstätte handelt). Abkühlen könnt Ihr Euch aber auch an einem der Strände, z.B. am Dado Beach. Oder Ihr seht von der schattigen Louis Promenade auf die Stadt und das muntere Treiben im Hafen. Am Zoo in der Nähe der Promenade gibt es sogar einen riesigen, schattigen Spielplatz (HaNassi Boulevard), den wir wärmstens empfehlen können.
Unsere Kinder und wir hatten auch eine Menge Spass damit, die Graffitis des international bekannten Künstlerkollektivs Broken Fingaz zu entdecken –  rund um die Masada Street sind die farbenfrohen Kreationen zwischen den Häusern zu sichten. Bei einem guten Kaffee im HaPina Café ließ es sich gut über die bunten Graffitis philosophieren, während unsere Kinder mit der angebotenen Malkreide ihre eigenen Graffitis auf den Platz malten. So einfach geht kinderfreundlich!

Restaurant-und Cafétipps in Haifa

Fattoush
Feines libanesisches Essen, köstliche Mezze, Salate, sehr kinderfreundlich. Mit einer großen, schattigen Terrasse und kleinem Shop mit lokalen Produkten.
Sderot Ben Gurion 38, Haifa
https://www.tripadvisor.com/Restaurant_Review-g293982-d1020765-Reviews-Fattoush-Haifa_Haifa_District.html

Cafe HaPina
Kleines, kreatives Cafe mit frischen Getränken und Speisen; Kinder können draußen mit Kreide malen.
Masada St 43, Haifa
https://www.facebook.com/Hapina-Cafe%D7%94%D7%A4%D7%99%D7%A0%D7%94-%D7%A7%D7%A4%D7%94-891633930876041/

Ein Al Wadi Restaurant
Feines, authentisch libanesisches Restaurant einer sehr netten Familie, mitten im arabischen Viertel Wadi Nisnas.
Wadi St 26, Haifa
https://www.facebook.com/pg/Ein.alwadi/about/?tab=page_info

Weitere Ausflugsziele in Israel

Israel liegt im Zentrum des Nahen Ostens am Schnittpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika und ist mit seiner relativ geringen Grösse und gut erschlossenen Infrastruktur hervorragend zu bereisen. Ausflüge ab Tel Aviv oder Haifa werden organisiert angeboten und sind aufgrund der geringen Distanzen gut in Tagestrips zu erledigen. Uns hat der Ausflug nach Jerusalem sehr gut gefallen – auch wenn wir für die Tour mit dem Buggy durch die Altstadt und den Souk zur Klagemauer ein wenig Muskelkraft gebraucht haben, so war die Zeit an der Klagemauer (Männer und Frauen beten getrennt) bedeutend und unvergesslich. Auch war der Ausflug nach Nazareth eindrücklich – die verwinkelte Altstadt und die spektakuläre Verkündigungsbasilika waren wirklich eine Tour wert.
Ein weiterer lohnender Ausflug mit Kindern ist noch der Besuch eines typisch israelischen Kibbuz, landwirtschaftlichen Gemeinschaften, in denen viele Familien zusammen leben und arbeiten. Man kann dort auch übernachten und im Betrieb aushelfen (es gibt in Israel mehr als 200 davon).
Touren zum Toten Meer oder auch zur Erkundung der West Bank und den Golan Höhen sind ebenfalls möglich und empfehlenswert, doch unsere Kinder sind dafür noch zu klein. Ein guter Grund mehr, in ein paar Jahren erneut nach Israel zu reisen.

Fazit

Israel ist ein vielseitiges, kinderfreundliches und modernes Land mit vielen Sehenswürdigkeiten für Kultur-, Natur- und Kulinarikbegeisterte. Kinder sind überall herzlich willkommen, das Reisen als Familie ist einfach und sicher. Die Erreichbarkeit von Europa aus ist exzellent, die Temperaturen im Frühling ermöglichen auch schon im April ein Bad im warmen Meer, während man sogar in Südeuropa noch friert. Die Vielfalt der Einwohner mit ihren unterschiedlichen Kulturen und historischen Stätten verleihen einer Reise nach Israel eine spannende Note, die Familien eine aufregende Reise mit vielen schönen Begegnungen garantieren.

Dieser tolle Artikel ist von unserer Freundin Ági:

Ági Bärlocher lebt und liebt in Zürich mit ihrem Mann Lorenz und ihren zwei Töchtern Anelin und Lilas. Von dort aus plant sie spannende Familienreisen abseits des Touritrubels, kommt aber immer wieder gerne nach Hause an den Greifensee.

V

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