Die erste Kulturreise am Golf von Neapel mit Kindern Amalfiküste, Pompeij, Vesuv & Neapel

Kulturreise und Kinder – hört sich nicht vereinbar an, oder? Wir hätten da einen Vorschlag: Die Amalfiküste mit seinen schönen Orten, die Ausgrabungsstätte Pompeji und der Vulkan Vesuv. Diese Reise ist für Kinder, die zumindest schon ein wenig HSU in der Schule gehabt haben und lesen können, sicher ein guter Start in die spannende Geschichte Europas. Wir haben es letzten Sommer mit unseren 8- und 7-jährigen Söhnen versucht und es wurde zum Erfolg. Noch heute reden die Kinder über die schöne Ausgrabungsstadt, über den Vulkan und die schicken Italiener und Ihre Jachten, die vor der Küste Amalfis liegen.

Die erste Kulturreise mit Kindern –  Amalfiküste, Pompeij, Vesuv und Badespaß

Tipp 1: Beeindruckende Amalfiküste

Die Amalfiküste ist berechtigterweise einer der bekanntesten Küstenabschnitte, wenn nicht der Bekannteste, Europas. An der Westküste Italiens am Golf von Salerno,  dessen Vegetation aufgrund des nahe gelegenen Vesuvs jede Farbe der Farbpalette bietet, entstanden über Jahrhunderte wunderschöne Küstendörfer. Die kleine Straße, die entlang der Strecke über Sorrent, Positano, Amalfi und kleineren Küstenorten führt, ist so traumhaft, dass man alle paar Meter anhalten will, um den Ausblick auf die Steilküste zu genießen, die spektakulär in die Felsen gebauten Dörfer und das bunte Treiben auf dem Meer zu betrachten und zu fotografieren. Der Halt in den Orten Positano und Ravello ist eigentlich ein Muss. Hier könnt Ihr (ehrlicherweise nicht immer günstig) shoppen, lecker essen und baden gehen.

Positano

Positano liegt südlich von Sorrent an einem Steilhang, durch die einspurige Straßen in Serpentinen führen. Hier wird man im Stop-and-Go-Verfahren durch die Stadt geschleust und erlebt viele Herzinfakt-Momente. Die Straßen sind eng und diese Tatsache ist den Italienern reichlich egal- sie fahren wie die Wahnsinnigen.
Wir haben ganz weit oben, auf einem der ersten freien Parkplätze (blaue Markierung am Boden) am Straßenrand geparkt und sind über viele kleine Treppen den Weg hinab zum Strand gegangen. Wir haben den Rückweg gänzlich unterschätzt! Erst nach über 700 Stufen nach oben (die Kinder haben mitgezählt) und dem Versprechen auf eine RIESEN-Eis sind wir ziemlich erledigt und verschwitzt wieder am Auto angekommen.

Ein Tipp unseres Hausbesitzers (den wir leider erst nach unserem Besuch bekommen haben): Parkt an der Tankstelle Positanos! Diese ist schon relativ weit unten und nicht zu übersehen, denn dahinter findet sich direkt ein kleines Parkhaus im Hang. Sicher teuer, aber besser, als in der Nachmittagshitze die Stufen wieder hinauf zu steigen.

Positano eine wunderschöne kleine Stadt, in den Hang gebaut, den typischen italienischen, grau-braunen Häusern mit roten Dächern und einem kleinen Strand, an dem die Schiffe nach Capri und zurück im Minutentakt an- und ablegen. Wir haben uns an den Strand gesetzt, sind ins Wasser gehüpft und haben das Geschehen um uns herum verfolgt. Richtig amüsant und für unsere größeren Kinder, die Boote und Trubel lieben, ein Highlight! Mit kleineren Kindern ist Positano nicht unbedingt zu empfehlen, weil es nicht Kinderwagen-geeignet ist.

Der Restaurantbesuch in Positano kann fast nur teuer werden. Denn Positano ist auf edle Küche zu hohen Preisen ausgelegt – leider in unserer aktuellen Lebensphase komplett an unseren Bedürfnissen vorbei. Wir haben eine Pizzeria mit Selbstbedienungstheke gefunden und haben uns die fair bepreiste, leckere Pizza an Stehtischen schmecken lassen. Aber wer das Ambiente des Ortes, die gute italienische Küche mit Blick auf das Meer un das Treiben genießen möchte, der kann hier herrlich schlemmen und es sich gut gehen lassen. Kinder inklusive- wo auch immer wir hingeschaut haben, waren Kinder herzlich willkommen und durften herumtollen und mussten nicht brav am Tisch sitzen.

Amalfi und Ravello

Amalfi ist deutlich ruhiger als Positano, jedoch auch in unseren Augen nicht ganz so beeindruckend. Wir haben das Schatten-Dasein von Amalfi für einen schönen Strandbesuch genutzt. Die Italiener sind wirklich sehr herzlich und haben mit uns auf unsere Kinder aufgepasst und uns viele Komplimente für die Blondschöpfe gemacht.  Wir haben in einem Strandbad gebadet, Steinchen gesammelt, uns gesonnt, Ball gespielt und zwischen all dem Sightseeing einfach mal den Strandnachmittag genossen.
Den berühmten Ort Ravello haben wir uns aufgrund der langsamen Geschwindigkeit und der Laune der Kinder gespart. Er ist aber laut unseres Reiseführers und unseres Hausvermieters der eindrucksvollste aller Orte rund um die Amalfiküste. Schade! Vielleicht könnt Ihr ja ein Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen, wie Ihr es fandet.

Wichtige Informationen

Die Amalfiküste zeigt, dass sie ein weltweit bekannter Küstenabschnitt ist. Es herrscht stets reger Verkehr, die Preise für Essen und Übernachten sind deutlich teurer als anderorts in Italien. In den Sommermonaten ist es ziemlich überlaufen. Wir empfehlen Euch die Frühlingsmonate – Ostern, Pfingsten oder auch den Besuch in den Herbstferien. Mit einem Wohnmobil würden wir die Küstenstraßen nicht befahren, da sie so schmal sind. Selbst mit unserem Familienkombi war es eine echte Herausforderung.

Tipp 2: Faszinierendes Pompeij

Pompeij ist wirklich unglaublich! Selbst unsere Kinder, die sonst bei alten Gebäuden in den Streik gehen, waren total fasziniert von dieser riesengroßen Stadt, die so gut erhalten ist und so viele tolle Einblicke von früher bietet. Das liegt bestimmt auch an den in Gips gegossenen Opfern, die aufgrund des Lavagesteins, der sie 79 v. Christus überschüttet hat, als Hohlräume konserviert wurden, die dann mit Gips aufgefüllt wurden. Das fasziniert Kinder viel mehr, als dass es sie gruselt.

Es gibt so viele Orte in Pompeij, die einen Besuch wert wären. Deshalb ist unsere Auswahl, die wir Euch vorschlagen würden, sehr subjektiv. Uns haben die Thermen, der Garten der Opfer, die Basilika und das Forum sehr gut gefallen. Aber wie gesagt, Ihr tut gut daran, Euch ein paar Minuten vor dem Besuch zu überlegen, was Ihr gerne sehen würdet. Überall auf dem Gelände finden sich Führer, die in allen Sprachen Gäste durch die Ausgrabungsstätte führen. Mit Kindern daran teilnehmen würden wir nicht, jedoch lohnt sich das „kurz mal lauschen“.

Wichtige Informationen

Pompeij ist in den Sommermonaten ziemlich überlaufen. Wir haben Pompeij an einem Wochentag Anfang September besucht, sind relativ früh gekommen und mussten nur kurz anstehen.Zudem wird es an strahlend klaren Sommertagen richtig heiß. Ein Sonnenschirm, so blöd es klingt, ein Rucksack voll mit Wasserflaschen und ein paar Keksen, eingecremte Kinder mit Sonnenhüten sind fast ein Muss.

Nach unserer Erfahrung würden wir Euch auch empfehlen, Euch vorher auf der Website von Pompeij schlau zu machen, wo Ihr gerne hin möchtet. Denn man kann hier wirklich ohne Probleme einen Tag lang durchspazieren und man hat immer noch nicht alles gesehen. Wir haben von Beginn an nur 2-3 Stunden für Pompeij veranschlagt. Das ist für interessierte Besucher viel zu wenig, für eine Familie mit kleinen Kindern aber absolut ausreichend, um ihnen nicht den Spaß zu verderben.

Essen in Pompeij

Ihr kommt kaum drum rum, rund um die Ausgrabungsstätte Mittag zu essen. Der heutige Ort Pompeij ist leider wirklich nicht schön. Zersiedelt, mit kaputten Häusern, ein Straßengewirr und sehr viel Verkehr – hier will man nicht durch die Gassen schlendern. Wir haben direkt an der Ausgrabungsstätte am Campingplatz Zeus geparkt und haben anschließend dort gegessen, da uns die Parkplatzgebühr von 7 Euro auf unsere Essensrechung angerechnet wurde.

Tipp 3: Lebendiger Vulkan „Vesuv“

Der Aufstieg auf den Vesuv hat uns deutlich mehr beeindruckt als jemals vorher angenommen. Der Krater ist zwar (aktuell) nicht aktiv, aber der Rundweg am Rand des gigantischen Kraters mit Blick auf Neapel, Pompeji und Sorrent, der leichte Schwefelgeruch und die klitzekleinen Rauchsäulen, die aus dem gigantischen Krater aufsteigen, belohnen alle Mühen. Garniert mit Informationen aus dem Internet, die wir unseren Kindern vorab über diesen jahrtausende alten Vulkan vorgelesen haben, waren wir alle sehr gespannt. Unseren Kindern und uns hat es sehr gut gefallen!

Allgemeine Informationen

Für den Besuch des Vesuvs müsst Ihr ganz schön zur Kasse greifen. Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr Euch mit einem Bus von der Ausgrabungsstätte Pompeji zum Eingang des Vesuv-Weges, ca. 150 Höhenmeter unterhalb des Kraters, fahren lassen. Wir sind mit dem eigenen Auto gefahren. Dann parkt Ihr, so wie wir, auf einem 200 Höhenmetern tiefer gelegenen Parkplatz, wobei Ihr auf dem Weg dorthin auf einer engen Serpentinenstraße Busen und Autos mit abenteuerlichem Fahrtstil ausweichen müsst. Für Kinder und Papis ein Riesenspaß, für Mamis so naja!
Am Parkplatz für Selbstfahrer, der eigentlich nur eine Straße ist, die um den Berg herum führt, angekommen, bezahlt Ihr erstmal eine happige Parkgebühr (parkt so nah am Parkplatzhäusschen wie möglich).
Nun habt Ihr als Selbstfahrer die Qual der Wahl: Entweder Ihr lasst Euch gegen eine Gebühr mit Kleinbussen, Taxis genannt, die den restlichen Höhenmeter geteerten Weg zum Eingang des Vesuv-Parks fahren, oder Ihr marschiert den Weg selbst hinauf. Dabei müsst Ihr bedenken, dass Ihr nach diesem Marsch auf der Teerstraße vom Eingang des Parkes bis zum Krater noch einmal 150 Höhenmeter gehen müsst. Wenn Euch das nichts ausmacht, dann spart die „Taxi“-Gebühr. Wir haben sie uns geleistet. Am Eingang des Parkes müsst Ihr noch einmal eine Besuchs-Gebühr bezahlen, dann kann es losgehen.

Der Weg auf den Vesuv

Über einen Schotterweg in Serpentinen, mit schönen Ausblicken auf die saftig grüne Landschaft rund um den Vulkan, erreicht Ihr nach ca. einer halben Stunde Fußweg bergauf den Krater. Das kann bei heißen Temperaturen ein wenig anstrengend werden, ist aber auch mit kleineren Kindern machbar, da es mäßig bergauf geht. Die Strecke ist jedoch nicht Kinderwagen-geeignet.

Am Krater angekommen, erwartet Euch ein Souvenirhäusschen, wo Ihr Euch mit Erfrischungsgetränken und Souvenirs eindecken könnt. Es ist nur eines von mehreren, die sich entlang des Krater-Rundwegs befinden. Besser ist natürlich, Ihr nehmt selbst reichlich Wasser mit. Wir haben es unterschätzt und haben uns Wasser und einen tollen Baukasten mit 10 verschiedenen Gesteinen des Vesuvs gegönnt. Der Weg entlang des Kraters ist bei guter Sicht wirklich herrlich! Man sieht über die ganze Bucht, kann in den tiefen Krater hinab schauen und bekommt einen guten Eindruck vom Vulkan. Der Vesuv ist einfach der Inbegriff eines Vulkans: wenn Kinder Vulkane malen, dann sieht es immer so aus wie der Vesuv!

Ein kleiner Tipp zum Vesuv

Wir hatten klare Sicht, aber laut unseres Mietshausbesitzers hatten wir Glück. Am späteren Nachmittag schiebt sich nämlich gern eine Wolke auf den Vesuv, die den Weitblick vereitelt. An wolkigen Tagen würden wir diesen Ausflug somit eher nicht empfehlen.

4. Tipp: Mond-Wanderung im Vulkankrater Solfatara

Nur eine kurze Autofahrt von Neapel entfernt, liegt der Vulkankrater Solfatara in Pozzuoli. Wir hatten das Gefühl auf dem Mond zu sein: eine Kraterlandschaft mit brodelnden Pfützen! Wenn man sich bewusst ist, dass man auf der Lavadecke eines schlummernden Vulkans, der aufgrund seiner geothermischen Aktivität im Untergrund immer noch zischt, brodelt und schwefelhaltigen Rauch ausspuckt, wandelt, wird einem ganz anders. Hier werden auch interessante Führungen in deutscher Sprache für Familien angeboten.

5. Tipp: Klassiker: Blaue Grotte auf Capri

Wer wissen möchte, was es mit Capri und die Blaue Grotte auf sich hat, der kommt an Capri nicht vorbei! Von Positano und allen anderen größeren Orten an der Küste legen im Minutentakt Fähren ab, die Capri ansteuern. Dort angekommen, erwartet Euch ein teilweise recht steiler Aufstieg durch die Gassen des Capri-Ortes, herrliche Blicke auf die Insel und das Meer und natürlich die Blaue Grotte. Auch wenn Ihr einen Batzen Geld los werdet und in der Hochsaison unglaublich lange warten müsst, erinnern wir uns immer gerne an das einzigartige Erlebnis des Gesangs und des Farbschauspiels in der Grotte. Allerdings auch nur für ältere Kinder zu empfehlen, da Ihr vielleicht mit langen Wartezeiten zu rechnen habt und vorallem auf kleineren, schaukelnden Booten transportiert werdet.

6. Tipp: Neapel

Neapel ist für uns die italienistische Stadt überhaupt, deshalb lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Vor allem, weil hier die Pizza erfunden wurde! Was uns so beeindruckt hatte, waren die unglaublich vielen kleinen Kirchen und die engen Altstadtgassen, in denen Wäscheleinen gespannt sind, Kinder toben, Autos hupen und Italienerinnen auf einen Plausch beeinander stehen. Mit den Kindern macht es Spass, mit der Seilbahn „Funicolare“ auf den Berg oberhalb der Stadt zu fahren. Von dort habt Ihr einen schönen Blick über das wuselige Neapel. Auch ganz aufregend soll eine Führung durch das unterirdische Höhlensystem für ältere Kinder  und die Besichtigung der Burg „Castel del Elmo“ sein, die wir aber aufgrund von Zeitmangel nicht gemacht haben.

Solltet Ihr mit Kleinkindern in Neapel unterwegs sein, verzichtet auf einen Buggy und packt die Kinder in die Kraxn. Die Gehwege sind teilweise sehr schmal und löchrig!

7. Tipp: Badespaß

Nette kleine Badebuchten gibt es auf der Halbinsel westlich von Sorrent. Wer tolle lange Sandstrände sucht, sollte noch weiter südlich in den UNESCO-Naturpark Cilento nach Santa Maria fahren. Hier habt Ihr Karibik-Feeling pur!

Als eine sehr zentrale, wunderschöne Unterkunft können wir Euch das Airbnb-Haus von Antonio empfehlen. Es liegt auf einem Hang oberhalb von Sorrent, bietet Platz für mindestens sechs Personen und verfügt über eine grandiose Dachterrasse mit Blick auf die Küste und einem wunderschönen Obstkarten. Die Einfahrt ist etwas eng – wer einen großen Wagen hat und ungern rangiert, ist hier nicht richtig. Alle anderen werden Antonio und sein Haus lieben!

 

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2 comments

  1. Hallo,

    wir werden mit unseren Kindern zu Pfingsten an der Amalfiküste sein.
    An welchem Ort habt ihr gewohnt, damit die Entfernungen nicht zu weit sind?

    Vielen Dank und viele Grüße

    1. Hallo Deborah, vielen Dank für Dein Interesse! Wir waren in Colli di Fontanelle, oberhalb von Sorrent in einem gemieteten Haus über Airbnb. Diesen Ausgangspunkt können wir sehr empfehlen! LG!

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