Val di Fassa – in die Dolomiten zum Skifahren

Reisekooperation

Aus unerklärlichen Gründen ist das Val di Fassa in den italienischen Dolomiten, auf Deutsch Fassatal genannt, wenig bekannt. Es grenzt an Südtirol und zeichnet sich durch eine perfekte Kombination aus einer spektakulären Landschaft und italienisch-ladinischer Kultur und Tradition aus. Wir waren Ende Februar dort zum Skifahren und uns hat es so gut gefallen, dass wir nächstes Jahr wieder kommen werden. Einmal zum Skifahren und einmal zum Wandern!

Val di Fassa – in die Dolomiten zum Skifahren

Über das Val di Fassa

Diejenigen, die das Val di Fassa kennen, glauben zumeist, dass es sich in Südtirol befindet. Das ist jedoch falsch, denn es liegt in der Region Trentino. Viele kennen das benachbarte Grödener Tal von der berühmt-berüchtigten Sellaronda, der Seiseralm und dem UNESCO-Weltnaturerbepark „Puez-Geisler“ mit seinen berühmten Gipfeln Langkofel, Plattkofel und die Sellatürme. Auf der anderen Seite befindet sich das Val di Fassa und der Ort Canazei, von dem wir einen wunderschönen Blick auf die berühmten Gipfel hatten. Aber es gibt noch mehr Panoramen zu sehen: den spektakulären Rosengarten und den Sass Pordoi. Zum Val die Fassa gehören neben Canazei die Orte Campitello di Fassa, Vigo di Fassa, Mazzin und Moena.

Skigebiet Alpe Lusia und San Pellegrino

Die Skiregion Alpe Lusia und San Pellegrino bietet über 100 Pistenkilometer und ist am besten von Moena zu erreichen, das ca. sieben Kilometer entfernt liegt. Moena ist ein quirliges Städtchen mit netten Geschäften und einigen schönen Apertif-Bars. Wir hatten dort im Post Hotel gewohnt, ein einfaches und sauberes Hotel mitten im Örtchen. Abends hatten wir in der benachbarten Bar Faloria im Außenbereich einen Aperitif zu uns genommen, bevor wir dann in der Pizzeria „La Locanda“ Abendessen waren. Uns persönlich hat – mit Kindern – das Skigebiet San Pellegrino am besten gefallen, weil dort nicht so viel los war und wir gleich vom Parkplatz in Passo San Pellegrino aus mit dem Sessellift ins Skigebiet starten konnten. Die Pisten waren schön breit und unseren Kindern gefiel besonders, dass sie keine Gondeln fahren mussten, in denen sie ihre Skier abschnallen mussten. Unschlagbar war und ist die spektakuläre Kulisse des Cima Uomo, der Dolomitenberge, an die man relativ nahe herankommt und auf deren „Rücken“ man Ski fährt.

Der Hit war das von der Skischule „Scuola italiana Sci e Snowboard Moena Dolomiti“ betriebene Kinderland für die ganz Kleinen und Skianfänger mit zwei Zauberteppichen und einem Tellerlift. Für Familien ist das Restaurant „Albergo Cima Uomo Chalet“ mit einer großen Sonnenterrasse und einem Schneespielplatz direkt an der Piste zu empfehlen. Und natürlich durfte die Rennstrecke für die Jungs nicht fehlen: Mit über 40 km/h fuhren sie eine Riesenslalomstrecke auf Zeit und waren natürlich viel schneller als wir Erwachsene!

Skigebiet Val di Fassa/Carezza

Etwas voller war es im Skigebiet Val di Fassa, was auch auf die Skifahrer der Sellaronda zurückzuführen war. Für die Sellaronda fährt man nämlich durch das Val di Fassa-Skigebiet. Wir würden das Skigebiet deshalb nur für ältere Kinder empfehlen, die schon einigermaßen Skifahren können. Auch, weil wir in recht viel Gondeln ein- und umsteigen mussten und unsere Kinder nach einiger Zeit schlapp machten.

Wir starteten unseren Skitag in Canazei und fuhren mit Gondel und Sessellift gleich zum höchsten Punkt „Belvedere“, um dann später ins „Rifugio Fredarola„, einer tollen Skihütte mit Iglubar und Lounge-Sonnenterasse einzukehren. Danach erkundeten wir das Skigebiet und stellten fest, dass es unmöglich war, alles an einem Tag mit Kindern abzufahren. Umso mehr genossen wir das Panorama der Dolomitenberge, tranken auf der ein- oder anderen Hütte einen Capuccino oder Aqua Limone und genossen das italienisch-ladinische Flair in den Bergen bei schönstem Sonnenschein.

Passo Pordoi – den Dolomiten so nah

Der Passo Pordoi wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, um Bozen mit Cortina d’Ampezzo zu verbinden und den Tourismus in den ladinischen Tälern zu fördern. Von dort führt eine Seilbahn in Minutenschnelle auf die Berggruppe des Boè. Von dort oben hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die benachbarten Dolomitenberge und die Ortlergruppe. Faszinierend war es, einer Gruppe von Skifahrern zuzuschauen, die vom Gipfel auf der Sass Pardoi Piste zum Pass zurückfuhren. Der Passo Pordoi hat auch schon einige Geschichte erlebt: Unter anderem wurde hier heftig im Ersten Weltkrieg gekämpft und es gibt sogar einen deutsch-österreichischen Soldatenfriedhof.

Ladiner Karneval

 

Der Ladiner Karneval ist mit seinen beeindruckenden Holzmasken Laché, Bufon und Marascons, die besondere Figuren des Ladiner Karnevals darstellen, sehr bekannt. In der Faschingswoche (und auch davor) finden sehr viele Faschingsfeste statt. Wir hatten das Glück am Faschingssonntag den Karneval von Campitello zu sehen. Mit Sketchen und Musik wurde viel gefeiert und unsere Kinder tanzten auf dem Dorfplatz mit. Zu essen gab es leckeres Faschingsgebäck.

Was es sonst noch zu erleben gibt

Bei Schlechtwetter empfehlen wir die Aquarena Doloandes in Canazei mit Innen- und Außenschwimmbecken, Röhrenrutsche und Kinderbereich – und natürlich mit einem gigantischen Blick in das Val di Fassa. Andere Hotelgäste haben uns das Eisklettern in Eiswasserfällen z.B. im Passo Pardoi empfohlen. Wenn unsere Kinder älter sind, werden wir das auf jeden Fall machen! Aber auch das Ladinische Museum soll sehr sehenswert sein. Wir hatten es aus Zeitgründen nicht für eine Besichtigung geschafft, aber vielleicht kommt Ihr ja hin.

Uns hat das Val di Fassa extrem gut gefallen. Es ist (glücklicherweise) relativ unbekannt und hat genauso spektakuläre Berge wie Südtirol. Nur dass es sich vielleicht italienisch-ladinisch-exotischer und deshalb mehr nach Urlaub anfühlt!

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