Los Haitises Nationalpark & Cayo Levantado – unser Tagesausflug ab Samaná

Während unseres Aufenthalts in der Dominikanischen Republik haben wir genau eine geführte Tour gemacht – und zwar in den Los Haitises Nationalpark. Dieser ist nur per Boot erreichbar und genau das macht ihn so besonders. Schon lange stand dieser Ort auf unserer Liste, weil man hier eine Seite des Landes erlebt, die mit dem Mietwagen schlicht unerreichbar bleibt.

Gebucht haben wir den Ausflug direkt über unser Hotel in Samaná für rund 100 Dollar pro Person. Früh am Morgen ging es zunächst mit einem Shuttle nach Samaná City zum Hafen. Dort wartete bereits das Boot – inklusive Musik, Rum-Cola und einer Stimmung, die eher an eine Party als an einen Naturausflug erinnerte. Ganz ehrlich: Das ist nicht unsere Art zu reisen. Aber wir haben es einfach ausgeblendet und uns auf das konzentriert, worauf wir uns wirklich gefreut hatten.

Tagesausflug in den Los Haitises Nationalpark & nach Cayo Levantado

Mit dem Boot in eine ganz andere Welt

Nach etwa 45 Minuten Fahrt öffnete sich vor uns eine Landschaft, die fast surreal wirkte. Der Los Haitises Nationalpark gehört zu den ursprünglichsten Regionen der Dominikanischen Republik und ist vor allem für seine Karstlandschaft bekannt. Riesige, dicht bewachsene Kalksteinfelsen ragen hier aus dem Wasser, fast wie kleine Inseln, die mit der Zeit vom Meer geformt wurden. Überall kreisen Pelikane und andere Vögel durch die Luft, während sich unter ihnen das ruhige, klare Wasser durch die Bucht zieht. Es ist eine dieser Kulissen, bei denen man automatisch langsamer wird und einfach nur schaut.

Die Höhlen von Los Haitises und ihre alten Inschriften

Besonders spannend wurde es, als wir die ersten Höhlen erreichten. Der Park ist nämlich nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch historisch bedeutsam. In der sogenannten St. Gabriel Höhle konnten wir direkt vom Boot aus anlegen und hineinlaufen. Die Höhle ist eine aktive Tropfsteinhöhle, das heißt, sie verändert sich bis heute. Tropfsteine wachsen hier über Jahrhunderte hinweg, langsam und fast unmerklich. Es gibt keine großen Absperrungen oder Inszenierungen, man bewegt sich ziemlich frei durch den Raum, was das Erlebnis sehr ursprünglich macht.

Noch eindrucksvoller fanden wir allerdings die zweite Höhle, die wir besucht haben. Hier befinden sich sogenannte Piktogramme – also uralte Wandzeichnungen der Taíno, der indigenen Bevölkerung der Karibik. Diese Zeichen sind mehrere hundert Jahre alt und geben einen faszinierenden Einblick in das Leben und die Vorstellungen der Menschen, die hier lange vor der Kolonialzeit gelebt haben. Man erkennt einfache Figuren, Symbole und Szenen, deren genaue Bedeutung heute nicht immer vollständig entschlüsselt ist. Gerade das macht es aber irgendwie noch spannender. Auch wenn unser Guide durch die vielen Gruppen und die Lautstärke schwer zu verstehen war, haben wir uns Zeit genommen, die Zeichnungen selbst auf uns wirken zu lassen.

Weiter nach Cayo Levantado

Nach diesem wirklich besonderen Teil des Ausflugs ging es weiter in Richtung Cayo Levantado. Die kleine Insel liegt ebenfalls in der Bucht von Samaná und wird oft als tropisches Paradies beschrieben. Vorab wurde uns genau das auch versprochen: eine ruhige Insel mit wenig Menschen, Palmen, klarem Wasser und guten Schnorchelmöglichkeiten.

Die Realität sah leider etwas anders aus.

Schon beim Anlegen wurden wir von Verkäufern empfangen, und der Weg zum Strand führte vorbei an kleinen Shops und Ständen. Schnell wurde klar, dass es sich hier nicht um eine einsame Insel handelt, sondern um einen stark touristisch genutzten Ort. Auch das Mittagessen, das im Preis enthalten war, hatte eher Kantinen-Charakter als etwas mit Genuss oder Atmosphäre zu tun.

Schöner Strand, aber falsche Erwartungen

Der Strand selbst ist ohne Frage schön – feiner Sand, Palmen, türkisfarbenes Wasser. Aber er war deutlich voller als alle Strände, die wir zuvor gesehen hatten, selbst unser Hotelstrand war ruhiger. Wir haben trotzdem eine etwas abgelegenere Ecke gefunden und konnten dort noch eine Weile entspannen, lesen und die Zeit genießen. Ganz abschreiben möchten wir den Ort also nicht, aber die Erwartungen, die im Vorfeld aufgebaut wurden, passen einfach nicht zur Realität.

Schnorcheln war leider kaum möglich

Was sich ebenfalls durch den gesamten Urlaub gezogen hat, war das Thema Schnorcheln. Auch hier hatten wir uns mehr erhofft. Durch Wind, Wellen und Strömung war das Wasser oft zu unruhig, um entspannt zu schnorcheln. Zwar haben wir immer wieder einzelne Menschen im Wasser gesehen, aber niemand blieb lange oder kam mit besonders begeisterten Berichten zurück.

Unser Fazit zum Ausflug

Am Ende bleibt dieser Ausflug für uns eine Mischung aus echten Highlights und einer kleinen Enttäuschung. Der Los Haitises Nationalpark hat uns absolut begeistert und gehört für uns zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen der Reise. Die Kombination aus wilder Landschaft, Tierwelt und den geschichtsträchtigen Höhlen macht diesen Ort wirklich besonders. Cayo Levantado hingegen würden wir rückblickend nicht noch einmal einplanen – zumindest nicht mit den Erwartungen, die oft geweckt werden.

Wenn Ihr also überlegt, ob sich die Tour lohnt, würden wir sagen: ja, unbedingt – aber vor allem wegen Los Haitises.

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