Manchmal sind es genau die Ausflüge, bei denen man vorher nicht ganz genau weiß, was einen erwartet, die am Ende die schönsten werden. Unser Tag am Boca del Diablo und am Playa Frontón war genau so einer.
Für uns war es tatsächlich der Ausflug, der einem kleinen Trekking-Erlebnis auf der Halbinsel Samaná am nächsten kam – auch wenn man es nicht mit einer klassischen Wanderung in den Bergen vergleichen kann. Der Weg ist gut erkennbar, teilweise sogar mit kleinen Tafeln zu Pflanzen versehen, mit einem klaren Start- und Endpunkt. Ganz anders, als aktuell auf den wenigen Seiten, die diesen Ausflug behandeln, beschrieben – sie sind zum Teil veraltet, falsch oder unvollständig – daher verlinken wir hier auch gar nicht auf sie.
Boca del Diablo & Playa Frontón – unser schönster Ausflug in Samaná
Wenn Ihr in Samaná startet, führt Euch die Strecke zunächst Richtung Las Galeras. Allein diese Fahrt lohnt sich schon, denn sie zeigt noch einmal, wie grün und ursprünglich die Halbinsel in vielen Teilen ist. Kurz vor Las Galeras zweigt Ihr dann in Richtung Boca del Diablo ab. Ab dort verändert sich die Straße deutlich, denn die letzten rund zehn Kilometer bestehen aus einer echten Schotterpiste mit vielen Schlaglöchern, unebenem Untergrund und einigen Stellen, an denen man wirklich nur langsam vorankommt.
Ein SUV ist dafür nicht zwingend notwendig, aber Ihr solltet auf jeden Fall etwas Zeit, Geduld und starke Nerven mitbringen. Gerade nach Regen oder wenn man ein sehr tiefes Auto hat, kann die Strecke ziemlich mühsam werden. Trotzdem gehört genau diese holprige Anfahrt irgendwie schon zum Erlebnis dazu, denn mit jedem Kilometer hat man mehr das Gefühl, an einen Ort zu gelangen, der noch ein bisschen wilder und ursprünglicher ist.
Wir können aber jetzt schon sagen: Es lohnt sich sehr.
Boca del Diablo – ein beeindruckendes Naturphänomen
Am Boca del Diablo angekommen, erwartet Euch ein kleiner, bewachter Parkplatz, für den eine geringe Gebühr verlangt wird. Für uns war sofort klar, dass wir das gerne zahlen, da wir das Auto wirklich im Nirgendwo parkten.
Der Boca del Diablo, übersetzt „Mund des Teufels“, ist kein Strand und auch kein Aussichtspunkt im klassischen Sinn, sondern ein Naturphänomen. In den Felsen an der Küste befindet sich eine Öffnung, die mit dem Meer verbunden ist. Wenn die Wellen mit genug Kraft gegen die Küste schlagen, wird Wasser durch diese enge Felsspalte nach oben und nach außen gedrückt. Dabei entsteht nicht nur eine Fontäne, sondern auch ein lautes Zischen, Pfeifen und Schnaufen.
Genau dieses Geräusch gibt dem Ort seinen Namen. Es wirkt tatsächlich so, als würde der Fels atmen oder als käme irgendwo tief unten Luft aus der Erde. Im Grunde entsteht dieser Effekt dadurch, dass Wasser und Luft gemeinsam durch das Gestein gepresst werden. Je nach Wellengang, Wind und Gezeiten fällt das Naturschauspiel mal stärker und mal schwächer aus. Bei uns war es auf jeden Fall eindrucksvoll genug, dass wir erst einmal eine ganze Weile dort stehen geblieben sind.
Dazu kommt diese besondere Kulisse: das türkisblau schimmernde Meer, die schroffen Felsen, die salzige Luft und rundherum sattes Grün. Gerade weil dieser Ort so rau und ursprünglich wirkt, hat er uns sofort begeistert. Wir haben dort einige wirklich schöne Fotos gemacht und fanden, dass der Boca del Diablo schon für sich allein einen Stopp wert ist.
Durch den Dschungel zum Playa Frontón
Vom Boca del Diablo aus beginnt der eigentliche Weg zum Playa Frontón. Der Pfad führt etwa eine Stunde lang durch dichte Vegetation und fühlt sich dabei fast ein bisschen wie ein kleiner Dschungelspaziergang an.
Der Weg ist gut zu erkennen, angenehm zu laufen und hat kaum nennenswerte Höhenmeter. Genau das macht ihn auch für Familien gut machbar, solange die Kinder selbst laufen können. Mit Kinderwagen ist die Strecke allerdings nicht geeignet.
Unterwegs begegnet man immer wieder Schmetterlingen, Insekten und einer beeindruckenden Pflanzenwelt. An manchen Stellen öffnen sich kleine Ausblicke auf das Meer, Palmen und die Küste – genau diese Momente haben den Weg für uns so besonders gemacht. Es ist kein anspruchsvolles Trekking, aber eben genau die Art von Ausflug, bei der nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg dorthin zählt.
Wichtig ist nur, genug Wasser und etwas zu essen mitzunehmen. Es gibt unterwegs keinerlei Möglichkeiten, etwas zu kaufen oder einzukehren.
Playa Frontón – karibische Kulisse wie im Film
Am Ende des Weges erreicht Ihr den Playa Frontón – und der Anblick lohnt sich sofort. Der Strand ist eingerahmt von steilen Felsen, Palmen und dichtem Grün und wirkt fast wie eine Filmkulisse. Tatsächlich wurden hier Teile von „Fluch der Karibik“ gedreht, was man sich sofort vorstellen kann, sobald man dort steht.
Der Strand selbst ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Wir sind direkt am ersten geblieben, da es dort deutlich ruhiger war. Weiter hinten wurde es spürbar voller.
Wir haben die Zeit genutzt, um ins Wasser zu gehen, uns ein bisschen treiben zu lassen und anschließend einfach nur im Schatten zu sitzen und zu lesen. Genau diese Mischung aus Bewegung, Natur und Entspannung hat diesen Ausflug für uns so besonders gemacht.
Zurück durch die Natur – und mit vielen Eindrücken
Nach einer entspannten Pause ging es für uns auf dem gleichen Weg zurück zum Parkplatz. Auch auf dem Rückweg haben wir wieder neue Details entdeckt, andere Lichtstimmungen wahrgenommen und die Natur noch einmal ganz bewusst aufgenommen.
Am Ende war dieser Tag für uns einer der schönsten der gesamten Reise. Nicht, weil er perfekt organisiert war oder besonders spektakulär inszeniert, sondern weil er sich einfach echt angefühlt hat. Viel Natur, wenig Trubel und immer wieder diese Ausblicke auf Palmen und Meer.
Für uns ist dieser Ausflug ein echter Geheimtipp für alle, die Samaná ein bisschen ursprünglicher erleben möchten.





