Kykladeninsel Paros mit Kindern

Letzten Sommer hatten wir auf unserem Kykladen-Hopping mehrere Kykladeninseln kennengelernt und festgestellt: Paros ist unglaublich familienfreundlich. Die Strände gehen meistens flach ins Wasser, es gibt eine schöne Unterwasserwelt zu „erschnorcheln“ und wir konnten abwechslungsreiche Ausflüge unternehmen. Wie immer waren wir sehr angetan von den gastfreundlichen Griechen und dem leckeren Essen, das uns jeden Tag an weißen oder blau lackierten Holztischen erwartete.

Paros mit Kindern

 

In Paros wohnten wir im hübschen Boutique-Hotel Senia in Naoussa. Am Fährhafen von Parikia mieteten wir uns einen Wagen für die nächsten sieben Tage, die wir auf der Insel verbringen sollten. Im Vorfeld hatten wir uns informiert, welcher Ort am schönsten auf Paros sein sollte, um dort für die Dauer unseres Aufenthalts zu wohnen: Naoussa! Und wir wurden auch nicht enttäuscht! Abends gingen wir oft nach unserem Abendessen in das kleine, süße Städtchen, um Eis zu essen oder einfach nur um sich in ein Café zu setzen und das wuselige Treiben zu beobachten. Tagsüber fuhren wir an den Strand oder machten einen Ausflug. Was wir alles in Paros mit Kindern erlebt haben? Lest selbst!

Marmorbruch in Marathi – was für Abenteuerlustige!

Das Herrliche an Griechenland ist, dass alles so unkompliziert ist. An allen Ausflugsorten konnten wir parken und trafen auch nicht auf Horden von Touristen. Genauso war es auch beim Marmorbruch in Marathi. Per Google Maps orteten wir den Marmorbruch und parkten direkt an der Straße, wo uns ein Schild auf die Marmorbrüche aufmerksam machte. Wir liefen einen gepflasterten Weg bis zum Bruch und waren mit einer anderen Familie quasi allein. Obwohl der Bruch abgesperrt war und uns viele Schilder davor warnten den Marmorbruch zu betreten, packte uns die Abenteuerlust und wir liefen rund 15 Meter in den Berg. Der Marmorbruch ist schon lange stillgelegt, aber man darf auf eigene Gefahr den Stollen selbst begehen. Etwas weiter im Berg reichten unsere Handy-Taschenlampen nicht mehr aus und die Kinder bekamen ein wenig Angst vor der Dunkelheit. Solltet Ihr abenteuerlustiger sein als wir, dann nehmt auf jeden Fall richtige Taschenlampen mit und zieht Euch Turnschuhe an, denn im Stollen ist es feucht. Auch wenn wir nicht weit drinnen waren, leuchtete der Marmorstein links und rechts von uns. Wir ließen uns später sagen, dass der Marmor aus Paros besonders durchsichtig sein soll.

Nach dem Stollenbesuch machten wir noch eine kleine Stippvisite bei Anastasios, der eine kleine Marmorschleiferei betreibt und seine „Kunstwerke“ verkauft. Seine Arbeiten sind natürlich Geschmackssache, aber seine unglaubliche Herzlichkeit verleitete uns dazu, dass wir eine Eule und eine Koralle aus Marmor kauften.

Aegean Wildlife Hospital – wunderschönes Projekt für verletzte Vögel

Kinder lieben Tiere! Als wir hörten, dass es eine Art „Auffangstation für verletzte Tiere in Griechenland“ in Paros gibt, wollten wir sie unbedingt besuchen. Die Station befindet sich in Kamares direkt hinter der alten Dorfschule in der Straße (kleines Gebäude mit Sportplatz an der Hauptstraße). Dimitrios, ein Mitarbeiter des Hospitals empfing uns herzlich und zeigte uns einen Film über verletzte Tiere – vor allem Vögel – und ihre Arbeit. Der Film berührte uns sehr, weil er zeigte, dass viele Vögel durch Menschenhand verletzt werden (illegales Schießen). Er erklärte uns, dass alle verletzten Tiere nach Paros geschickt werden und sie dort so lange gepflegt werden, bis sie wieder in die freie Wildbahn entlassen werden können. Die Auffangstation wird nur durch Spenden und weltweite Organisationen unterstützt. Nach dem Film zeigte uns Dimitrios noch Flamingos, Eulen und Geier, die aus dem Nest gefallen waren und sich ihre Flügel gebrochen hatten, sodass sie leider fluguntauglich waren. Solltet Ihr in Paros sein, besucht diesen wundervollen Ort und unterstützt ihn. Die offiziellen Öffnungszeiten sind von 11 bis 14 Uhr. Die Website findet Ihr hier.

Schmetterlingstal Petaloudes – alter Falter!

Ein weiteres Highlight in Paros mit Kindern war das Schmetterlingstal, von dem wir unterschiedliche Meinungen gehört hatten. Die einen sagten, dass es sich nicht lohnt, da es nur wenige Schmetterlinge zu sehen gibt und dann nur bei Nacht. Die anderen sagten, dass es sich durchaus lohnt dieser kleinen grünen Oase auf Paros einen Besuch abzustatten. Wir fuhren morgens hin und fanden es durchaus schön, die Kokons, Massen von an den Blättern hängende Schmetterlinge und auch fliegende Schmetterlinge zu sehen (wobei sie tagsüber eher ruhend auf den Blättern sitzen). Die Schmetterlinge im Schmetterlingstal heißen Panaxia Quadripunctaria. Sie leben dort, weil eine Quelle durch das Tal fließt. Für die Paarungszeit von Juni bis Mitte September brauchen die Schmetterlinge eine kühlere Umgebung und vor allem Wasser. Deshalb lassen sie sich dort nieder. Die Kinder fanden es toll dort und sie retteten sogar einen Schmetterling, der von Wespen attackiert wurde.

Paros Parc – wilde Wanderwege!

Endlich wollten wir mal wieder eine Wanderung unternehmen und ließen uns den Paros Parc, der in der Nähe von Naoussa liegt, empfehlen. Nach einem schönen und entspannten Strandtag am Strand Katholico, der unmittelbar beim Ausgangspunkt der Wanderung lag, machten wir noch eine Wanderung zum Leuchtturm und zurück. Die Wanderung mit der Nummer „2“ startete direkt am Strandrestaurant und führte über bizarr geformte Felsen zunächst in eine Art Schlucht, in der die Kinder ihr Echo rufen konnten. Dazu wählten wir den Weg „Rocky Path“. Aus weiter Ferne sahen wir dann schon den Leuchtturm und machten wirklich schöne Fotos von zerklüfteten Felsen und einer starken Brandung. Wir stellten uns vor, dass dieser Ort eigentlich perfekt für einen Sonnenuntergang sein müsste. Auch die Kinder fanden großen Gefallen daran, über Felsen zu klettern. Wir wählten den Weg mit der Nummer „1“ zurück und kamen nach gut einer Stunde wieder zurück zum Strandrestaurant. Leider waren so viele Felsstufen zu überwinden, dass der Weg nicht mit dem Kinderwagen zu machen ist.

Marpissa und Kloster Antonios

Am letzten Tag wollten wir uns Marpissa anschauen, ein kleines Bergdorf an der Ostküste. Wir stiegen durch die steilen Gassen bis zur Hauptkirche und waren fast allein an diesem hübschen Ort. Auf unserem Weg kamen wir auch an einer urgemütlichen Taverne vorbei, die sich unter einem großen Baum befand. Hätten wir mehr Hunger gehabt, wären wir dageblieben. Dann entschieden wir uns, noch eine einstündige Wanderung (hin und zurück) zum Kloster Antonios zu unternehmen. Der Weg zum Kloster Antonios ist ausgeschildert und wir liefen zunächst die Asphaltstraße hinauf und später einen gepflasterten Fußweg hoch auf die Bergspitze. Der steile Anstieg wurde am Ende durch einen grandiose Rundumblick auf Marpissa und die Ostküste belohnt. Wir machten so schöne Fotos! Das Kloster war sehr klein, aber auch ein himmlischer Ort. Eine nette alte Dame empfing uns und gab uns eine deutsche Tafel zu lesen, die die Geschichte des Klosters erzählte. Demnach war das Kloster früher eine Burg! Wir besichtigten die schöne Klosterkirche und die Räumlichkeiten der Mönche und machten uns dann wieder auf den Weg zurück nach Marpissa.

Yogastunde im Okreblue

Einmal im Urlaub wollten wir Mütter eine Auszeit haben und Yoga machen. Dazu buchten wir eine Yogastunde im Okreblue. Das Okreblue befindet sich in Santa Maria und ist ein Yoga Retreat. Externe Gäste (die wir ja waren) dürfen an den Yogastunden teilnehmen. Wir machten eine Tuch-Yogastunde inmitten von Sanddünen! Wir wussten gar nicht wie man sich kopfüber, in das Tuch verwickeln konnte. Endlich lösten sich alle Verspannungen und wir fühlten uns großartig!

Süße Städtchen in Paros mit Kindern

Naoussa

Natürlich mussten wir auch Naoussa mit seinen hübschen verwinkelten Gassen einen Besuch abstatten, da wir ja auch um die Ecke der Altstadt wohnten. Wir kamen an einem Tag schon früh morgens in die Altstadt, um den Fischern am Hafen einen Besuch abzustatten. Die Stimmung war traumhaft. Alles schlief noch und wir setzten uns in eines der Hafen-Cafés, um einen Kaffee zu schlürfen und die Stimmung zu genießen. Danach kauften wir uns in der Bäckerei Ragoussis leckere Kekse, Spinat-Pie und weitere herrliche Leckereien, die wir mit an den Strand nahmen. Die Bäckerei war riesig und die Kinder hatten einen großen Spaß, sich beim Kekse-Self-Service die Tüten vollzustopfen.

Auch waren wir am nächsten Abend gleich noch mal in Naoussa, weil wir auch abends durch die Gassen schlendern und ein Gläschen Wein schlürfen wollten. Wenn Ihr mich nach einem Tipp für ein Restaurant fragt, kann ich Euch leider keinen geben, denn ich fand fast alle Restaurants schön!

Lefkes

Lefkes hatten wir tagsüber besucht und hatten das Glück, ein Hochzeitspaar vor der großen Kirche zu bewundern. Direkt vor der Kirche wurden riesige Festtafeln aufgebaut. Wir stellten uns vor wie die Hochzeitsgesellschaft bis nachts vor der Kirche feierte und tanzte. Danach schlenderten wir durch das ruhige Örtchen, aßen ein paar griechische Donuts, auch Loukoumades genannt.

Parikia

Sehr nett schlenderten wir ebenfalls durch die Gassen von Parikia und machten bei der imposanten Kirche von Panagia Ekatontapiliani Stopp. Die Kirche ist die älteste orthodoxe Kirche der Ägäis. Der Name Ekatontapiliani bezieht sich auf die 100 Tore der Kirche, davon sind 99 sichtbar und eines bleibt verborgen. Auch gibt es eine rührende Geschichte um die Kirche: Agia Eleni kam bei Ihrer Reise zum Heiligen Kreuz vor Parikia in ein Unwetter. Sie ging in Paros an Land in eine kleine Kirche und legte ein Gelübde ab. Es besagte, dass sie eine große Kirche bauen würde, wenn sie am Leben bleiben würde. Ihr Sohn Konstantin der Große übernahm dann diese Aufgabe.

Unsere Strand-Highlights für Paros mit Kindern

Golden Beach

Der Golden Beach ist der längste Sandstrand in Paros. Es gab dort mehrere Tavernen mit Liegen. Als wir dort waren, war es sehr stürmisch und wir waren fast alleine am Strand. Neben uns surften allerdings noch ein paar Wassersportbesessene und wir bestaunten ihren Mut.

Molos Beach

Molos Beach ist einfach fantastisch. Ein Strand wie man ihn sich im Bilderbuch vorstellt: ein langer Sandstrand, kleine Dünen mit Wacholder bewachsen und keine Taverne weit und breit! Und somit auch kein Strandliegenanbieter! Wir hoffen, dass der Zustand noch die nächsten Jahre hält, denn der Strand ist paradiesisch!

Strand Faragas

Richtig angesagt ist die Faragas Beach Bar, ein Beachclub mit Lounge-Musik. In der Hochsaison solltet Ihr früh da sein, um noch eine Strandliege zu bekommen. Wir fanden ihn toll, weil er sehr chillig war. Die Kinder konnten klettern, schnorcheln und gut schwimmen, da der Strand sehr flach ins Wasser ging. Auch das Essen war der Hit: neben dem Klassiker Club Sandwich, gab es Avocadobrot mit Lachs oder Superfood-Joghurt.

Santa Maria Beach

Auch der Santa Maria-Strand ist sehr angesagt. Hier gibt es einige Strandliegenanbieter und Wassersportschulen. Der Strand war sehr schön und das Meer wild, als wir ankamen. Der Sand war so fein, dass die Kinder die besten Sandburgen des Urlaubs bauten.

Grundsätzlich ist aber die ganze Ostküste wunderschön und es gibt viele versteckte Buchten, die fast keiner kennt.

Paroskiting Beach

Eigentlich wollten wir zum Palmenstrand fahren, der uns aber etwas enttäuschte, sodass wir weiter zum Kite-Strand von Paros fuhren. Wir tranken dort einen Kaffee und erfreuten uns an den Kitern, die mit ihren bunten Segeln auf dem Meer tanzten und uns mit ihren akrobatischen Luftsprüngen und Drehungen imponierten.

Viel Spaß auf der Kykladeninsel Paros mit Kindern!

 

 

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