Malta mit der Familie – unsere Geheimtipps! Auf den Spuren der Kreuzritter, bunte Fischerboote & wilde Klippen

Die Insel Malta kennt Ihr sicher nur als Sprachreiseninsel oder Steueroase. Dass sie aber auch ganz anderen Seiten hat, möchten wir Euch in unserem Artikel zeigen. Nicht nur sein großes geschichtliches und kulturelles Erbe, kulinarische Highlights und herrliche Plätze zum Tauchen machen die Insel zu einem tollen Familienurlaubsort! Wir empfanden unseren fünftägigen Kurztripp als eine gute Alternative zu einem Städtetripp in südliche Städte wie Barcelona oder Lissabon.

Malta mit der Familie – unsere Geheimtipps!

Wenn wir Malta in einem Satz beschreiben müssten, würde uns Folgendes einfallen: Kirchenkuppeln, weiße Mauern, bunte Boote, viel Verkehr und Kakteenhecken. Maltas weiß-hellgelbe Mauern sieht man sowohl am Straßenrand, in den Gärten, als auch an den Häusern, die vorwiegend aus diesem gelblichen Kalkstein gebaut werden. Malta ist übrigens nichts anderes als ein großer Kalksteinberg. Dadurch wirkt alles sehr freundlich und hell. Die bunten Holzerker und Türen geben dem Stadtbild ein pittoreskes Aussehen. Die maltesischen Fischerboote, die in gelb, roten und blauen Farben angestrichen sind, tragen dazu natürlich bei. Überall sieht man Kakteenhecken, deren Früchte zu Likör und Marmelade verarbeitet werden.

Malta ist sehr geschichtsträchtig: Es gibt megalithische Tempel von vor 4000 v. Chr., Bauten und Spuren von Phöniziern,  Römern, Arabern, Spaniern, Türken und Briten. Die Ankunft der von Rhodos kommenden ehemaligen Kreuzritter in der Mitte des 16. Jahrhunderts legte die Geschichte und Geschicke der maltesischen Inseln für die nächsten 250 Jahre fest. Die Menschen auf Malta sind sehr religiös – Ihr entdeckt fast an jeder Hauswand ein religiöses Emblem. Es gibt sage und schreibe über 365 Gotteshäuser auf der Insel! Das Malteserkreuz des berühmten Malteserordens ist das Wahrzeichen Maltas.

Auf Malta ist die erste Amtssprache Maltesisch und die zweite Englisch. Wir konnten uns überall wunderbar verständigen, nicht nur wegen deren Englischkenntnissen, sondern auch, weil die Malteser sehr aufgeschlossen und offen sind.

In Malta herrscht Linksverkehr. Wir hatten einen Mietwagen und uns sehr rasch daran gewöhnt. Was eher das Problem war, dass die Karten aus unseren Reiseführern die englischen Bezeichnungen der Städte führten, die Straßenschilder aber die maltesischen Bezeichnungen. Mithilfe unseres Navigationssystems und Google Maps bekamen wir das Problem aber schnell in den Griff. Malta erstickt leider im Verkehr. Die Insel ist nicht groß, aber für nur acht Kilometer benötigt man zu Stoßzeiten (und das ist fast immer) 45 Minuten. Dies solltet Ihr immer beachten, wenn Ihr unterwegs seid. Wir empfehlen Euch, die Ausflüge entweder mit der Fähre oder am Wochenende zu machen. Dann kommt Ihr etwas zügiger voran.

Ideale Reisezeit ist vor und nach der Hauptsaison (Mai, Juni oder September, Oktober). Um alle Highlights inklusive einen Tagestripp nach Gozo und Camino erkundet zu haben, braucht Ihr mindestens fünf Tage.

Malta ist eine Kultur- und keine Naturinsel. Wer hier ausschließlich einen Bade- oder Wanderurlaub machen möchte, wird enttäuscht. Malta ist eher als Alternative zu einem Städtetripp zu sehen. Uns persönlich hat Valletta, Mdina und der Süden mit seiner imposanten Steilküste (vor allem bei Sonnenuntergang) besonders gut gefallen.

Valletta und die drei Städte Vittorosa, Senglea und Cospicua

Valletta wirkt wie eine Großstadt: Berufsverkehr fast den ganzen Tag und ein riesiger Hafen mit mächtigen Handelsschiffen. Sie ist eine Festungsstadt und liegt auf einer Halbinsel zwischen dem Marsamxett Harbour und dem Grand Harbour. Sie ist noch recht jung – die meisten Bauten entstanden erst im und nach dem 16. Jahrhundert.

Die drei Städte Vittoriosa, Senglea und Cospicua liegen gegenüber von Valletta. Jede dieser drei Städte hat seine historische Bedeutung und lohnt, besichtigt zu werden.

Wir parkten unser Auto in Valletta auf einem öffentlichen Parkplatz bei der Sportanlage Floriana Young Stars Hockey Club. Von dort waren es nur ein paar Minuten zu den Upper Barakka Gardens, wo wir unseren Stadtrundgang starteten. Dort wurde um 12 Uhr eine Kanone von den Festungsmauern abgefeuert. Ein tolles Spektakel für die Kinder! Danach ging es weiter zur St. Johns Cathedral und dem Archäologischen Nationalmuseum. Ein weiterer Höhepunkt für die Kinder war die Wachablösung am Palace Square und das Fort St. Elmo. Sehr schön war es, durch die Straßen zu schlendern und Valletta auf sich wirken zu lassen. Danach gingen wir zum kleinen Fähranleger von Valletta und setzten zu den drei Städten Vittoriosa, Senglea und Cosicua über. Dort gab es die GPS-gesteuerten Wägen Rolling Geeks, mit denen man in rund zwei Stunden (und für sehr viel Geld) eine kleine Tour durch die drei Städte machen kann. Wir entschieden uns jedoch für einen Touristenzug, der ein paar Meter weiter vom Fähranlager abfuhr. Mit Kindern ist er unser Erachtens die bessere Alternative, da die Tour nur 40 Minuten dauerte. Zurück ging es mit der Fähre zum Fähranleger in Valletta und dann mit dem Aufzug hoch zu den Barakka Gardens – unserem Ausgangspunkt des Stadtrundgangs.

Auch lohnt eine Hafenrundfahrt, wenn noch Zeit bleibt.

Zauberhaftes Fischerörtchen Marsaxlokk

Als wir das Fischerörtchen Marsaxlokk besuchten, war Sonntagsmarkt. Wir waren froh, früh dort gewesen zu sein, denn ab 11 Uhr tummelten sich viele Touristen in den engen Marktständen und Parken wurde schwieriger. Eindrucksvoll waren die Fischstände, mit riesigen Zackenbarschen, Red Snapper und glibbrigen Oktopussen. Hier lohnt es sich, in ein Fischrestaurant einzukehren. Unser Tipp: Bello Nettuno! Aber auch nur ein kurzer Kaffee auf dem Dorfplatz ist schön, um das bunte Treiben in dem Örtchen einzufangen.

In Marsaxlokk haben wir eine kleine Hafenrundfahrt mit einem der bunten maltesischen Fischerbooten unternommen. Ein schöner Ausflug, auch um zum benachbarten St. Peter’s Pool zu gelangen (später im Artikel).

Mittelalter-Feeling in Mdina und Rabat

Unsere absoluten Highlights waren Medina und Rabat, die fußläufig auseinander liegen. Medina liegt auf einem Hochplateau und  ist die ehemalige Hauptstadt Maltas. Sie ist eine wunderschön restaurierte Stadt, umgeben von einer Mittelalterlichen Festungsanlage. Dort haben wir uns eine 30-minütige Kutschfahrt geleistet, sind durch die Gassen gefahren und haben Paläste, Kirchen sowie Klöster bestaunt. Einen wunderschönen Ausblick hatten wir vom Cafe „Fontanella Tea Gardens“, wo wir einen Kaffee getrunken haben. Abends sind wir im Bacchus eingekehrt, einem etwas teureren Restaurant mit hervorragender maltesischer Küche. Für einen Snack können wir noch die „Tres Mezquitas“ mit dem „Maltese Platter“ empfehlen, einer Maltesischen Vorspeisenplatte mit regionalem Käse und Aufschnitt.

In Rabat lohnt es sich, die Katakomben und die Grotte der St. Paul’s Kirche zu besichtigen. In der Grotte lebte der Heilige St. Paulus ñach seinem Schiffbruch vor Malta für drei Monate. Auch wenn ein bisschen Gruselfaktor dabei ist, darüber hinaus einen unterirdischen Friedhof mit Labyrinth zu besuchen, war es ein Erlebnis, das im Gedächtnis bleibt!

Tempel von Hagar Qim und Mnajdra

Es gibt einige Tempelanlagen auf Malta, deren Besuch sich lohnt. Wir hatten uns aufgrund von Empfehlungen für den Tempel von Hagar Qim und Mnajdra entschieden. Eindrucksvoll war die 3 D-Film-Show, die den Zuschauern ohne Worte veranschaulichte, wie die Tempelanlage erbaut wurde und über Jahrtausende der Erosion zum Opfer fiel, bis sie wieder ausgegraben wurde. Besonders interessant fanden die Kinder und wir das Orakelloch. Wir malten uns alle aus, was das damalige Orakel wohl so über die Zukunft vorausgesagt haben mochte. Auch haben wir diesen Ort so genossen, weil er eine enorme Ruhe ausstrahlte.

Beeindruckendes Hypogäum – unterirdische Tempelanlage

Das Hypogäum beherbergt eine unterirdische Tempelanlage und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir haben sie aus Zeitgründen leider nicht besichtigt, aber man sagte uns, dass sie ein echtes Highlight sein soll.

Beeindruckende Natur-Hotsposts

Wunderschöne Hotspots, um Sonnenuntergänge zu genießen, gibt es bei den Dingli Cliffs, beim Popey Village und im Red Tower bei Mellieha.

Dingli Cliffs

Die Dingli Cliffs befinden sich im Süden Maltas, unterhalb des Ortes Mdina. Von dort bzw. vom Ort Dingli konnten wir eine wunderschöne Wanderung dorthin unternehmen. Wer auf die Wanderung verzichten möchte, der fährt zur Magdalenenkapelle und genießt dort die wunderschönen Klippen.

Blaue Grotte

Zur Blauen Grotte sind wir vom Hafen Wied iz-Zurie gekommen. Zuerst fuhren wir sehr schön mit dem Ausflugsboot an der Küste entlang und erreichten dann das Höhlensystem, in das wir dann reinfuhren. Uns erwartete ein Farbspielen aus türkisfarbenem und kristallklarem Wasser. Die Farbe des Wassers kommt anscheinend von den Blaualgen – haben wir uns sagen lassen. Kommt auf jeden Fall vormittags, dann ist der Lichteinfall am Schönsten!

Schöne Badespots

St. Peter’s Pool

Ein absolutes Muss ist St. Peter’s Pool bei Marsaxlokk. Hier kamen die Großen ganz auf ihre Kosten, da man hier von Klippen springen kann. Leider ein Hotspot, der sich mit kleineren Kindern bei Wellengang nicht eignet.

Ghajn Tuffieha

Unser absoluter Lieblingsplatz war der Ghajn Tuffieha-Strand. Ein wunderschöner Platz mit rotem Sand. Gegen Abend und bei starker Brandung konnten wir den Wellenreitern zuschauen und den Sonnenuntergang bei einem Bierchen genießen.

Kulinarische Highlights

In Malta haben wir sehr gut gegessen. Man bemerkt auch den Einfluss mehrerer Kulturen auf das Essen: So gibt es viele Pastagerichte, Fisch, Kaninchen und Teigwaren, die uns an Urlaube in der Türkei oder Italien erinnert haben. Eine kulinarische Köstlichkeit sind die Kaktusfeigen-Marmelade, der Thymian-Honig, diverse Liköre (Kaktusfeige, etc.), die Ihr auch in jedem Souvenirladen erstehen könnt.

Ta Marija in Mosta

Ta Marrija in Mosta ist ein absolutes Muss in Malta. Zunächst dachten wir, dass hier nur Busladungen abgeliefert werden. Dann merkten wir, dass auch sehr viele Malteser hier essen gehen. Und wir wissen auch warum: Es gibt hier alle Malta-Klassiker zu essen! Und das für € 25,- inklusive Wein und Wasser, wenn man das Buffet wählt. Maria, die Besitzerin, hat das Restaurant auch wie Klein-Malta eingerichtet: der vordere Raum hat die Decke einer Galeere und Büsken berühmter Malteser. Im hinteren Raum findet Ihr an jeder Wandseite die unterschiedlichen Mauern Maltas. Mittwochs und freitags finden Follklore-Abende statt, samstags singen diverse Malteser. Unser Fazit: Super Essen und eine noch bessere Stimmung!

La Maltija in St. Julians

La Maltija in St. Julians gehört dem Maltesischen „Lafer“. Hier haben wir leckere maltesische Spezialitäten in einem hübsch eingerichteten Restaurant gegessen.

Bacchus in Mdina

Das Bacchus ist ein etwas vornehmeres Restaurant mit hervorragendem maltesischen Essen und liegt wunderschön in den Gassen von Mdina.

Für Kinder

Der etwas in die Jahre gekommene Mediteraneo Park hat ein Reptilienhaus (leider werden die Reptilien nicht wirklich artgerecht gehalten), eine riesige Vogel-Voliere und mehrere Shows mit Seelöwen, Delfinen, Papageien und Reptilien zu bieten. Die Kinder waren begeistert (auch wenn wir schon bessere Shows von Delfinen und Seelöwen erlebt haben) und fanden auch das Füttern der Wellensittiche und Kakadus ganz toll.

Außerdem gibt es noch das Popey Village, einem Vergnügungspark mit einem wechselnden Kinderprogramm, den Playmobil Funpark, das Aquarium und den Splash & Fun Wasserpark.

Wohnen im Westin Dragonera

Gewohnt haben wir im Westin Dragonera in St. Julians, einem sehr guten Ausgangspunkt für sämtliche Ausflüge. Das Westin hatte einen hervorragenden Service und einen Concierge, der uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand. Besonders schön fanden wir die geräumigen Familienzimmer, die sich sehr gut für eine vierköpfige Familie eigneten. Auch wurde im Hotel eine Kinderbetreuung angeboten, die jedoch auf Englisch und kostenpflichtig war. Für Kinder gab es neben dem Außen-Pool außerdem noch einen großen Indoor-Pool und einen Spielplatz direkt auf der Terrasse.

Direkt beim Hotel gab es auch eine gute, sehr professionell geführte Tauchbasis. Wenn man gerne taucht, dann lohnt sich ein Tauchtag auf jeden Fall: Rund um Malta gibt es sehr gute Tauchbedingungen und tolle Spots. Selbst wer sonst vom Mittelmeer nicht so begeistert ist, wird vom Tauchen auf Malta sehr angetan sein.

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