Mit dem Hausboot in Mecklenburg-Vorpommern

Längst wollten wir einen Urlaub mit dem Hausboot in Mecklenburg-Vorpommern unternehmen – und warum nicht auf der Kleinseenplatte, von der wir schon so viel gehört hatten!  Wir entschieden uns für ein Hausboot in Form eines Bungalow-Floßes und hatten – ohne Übertreibung – die entspannteste Zeit unseres Lebens: fern von Hektik und Alltagsstress gleiteten wir bei schönem Wetter entlang von Kanälen und Seen, vorbei an Wäldern, Mooren und Schilfgürteln, ankerten auf Seen für einen Badestopp, besichtigten süße Städtchen und holten unser Abendessen bei einem der zahlreichen Fischer, an denen wir „vorbeituckerten“.

Mit dem Hausboot in Mecklenburg-Vorpommern – auf der Kleinseenplatte zu den idyllischsten Orten

Wo genau befindet sich die Mecklenburgische Seenplatte?

Die Mecklenburgische Kleinseenplatte besteht aus unzähligen kleinen Seen im Nordosten Deutschlands in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die durch Kanäle oder natürliche Flussläufe miteinander verbunden sind. Besonders sehenswert sind die Städte Neustrelitz, Wesenberg, Mirow, Lychen, Fürstenberg und Rheinsberg.

Mit dem Hausboot in Mecklenburg-Vorpommern auf der Kleinseenplatte. Wer darf es?

Auf der Kleinseenplatte herrscht Führerscheinfreiheit für Boote bis 15 m Länge. Voraussetzung ist der Charterschein, der durch eine dreistündige theoretische und praktische Einweisung vom Bootsvermieter bei Übernahme des Bootes, erworben werden kann. Die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Hausboots beträgt 8 km/h. Hinzu kommt die Zeit, die für das Schleusen eingeplant werden muss (durchschnittlich eine Stunde in der Hochsaison).

Was Ihr in keinem Falle bei Eurem Hausboot-Urlaub vergessen dürft!

Vergesst keinesfalls Ferngläser, denn Ihr braucht sie, um Kanäle zu finden oder um Tiere zu beobachten. Falls Ihr einen Angelschein habt, nehmt auf jeden Fall Eure Angel mit, denn es schwirrt nur so von Fischen in den Seen.  Ein „Hobby-Anglerschein“  kann in jedem Tourismusbüro erworben werden. Es lohnt!

Unsere Tour

Wir starteten unsere Bootstour in Priepert, einem kleinen Ort inmitten der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Davor machten wir einen großen Lebensmittel-Einkauf in Neustrelitz, der für die nächsten vier Tage an Bord reichen sollte. Wir hatten gehört, dass es schwierig werden würde, in Ufernähe gute Supermärkte zu finden. Schwer bepackt fuhren wir zum kleinen Hafen, schnappten uns einen kleinen Ziehwagen und transportieren Gepäck und Einkäufe zum Boot. Uns erwartete ein freundliches und helles Bungalow-Floß, ein schwimmendes Ferienhaus, das nach vorne hin verglast war. Die Aufteilung für uns als Familie mit vier Personen war wunderbar: Das Floß hatte ein Schlafzimmer mit Doppelbett für uns Erwachsene, eine Schlafcouch für die Kinder im Wohnbereich, eine Küchenzeile und ein komfortables Badezimmer mit Dusche und WC. Besonders schön war die Sonnenterrasse, die wir bei dem schönen Wetter ausschließlich nutzten.

Auf nach Mirow!

Am ersten Tag standen wir sehr früh auf, was auch der Helligkeit im Boot geschuldet war und durchquerten gleich in der Früh die beiden Schleusen Strasen und Canow. In Strasen holten wir während der Schleusung beim Fischer Kruse eine Lachsforelle für den Abend.  Im selben Ort befand sich auch der Büffelhof mit einem Hofladen, der eigenes Büffelfleisch verkauft und zudem ein angeschlossenes Restaurant besitzt. Auf der Weiterfahrt nach Mirow überquerten wir den Ellbogensee, den malerischen Pälitzsee, den Labussee, der sehr naturbelassen war und zu einem Badestopp einlud.  Weiter ging es nach der Diemitzer Schleuse auf dem Vilz- und Mössen, und Zotzensee in Richtung Mirow. Links und rechts standen süße Bootshäuschen am Ufer, die sehr typisch für die Gegend sind. Nach etwa fünf Stunden legten wir am Bootsanleger auf der Schlossinsel Mirow an.

Im strömenden Regen liefen wir zum Schloss Mirow und besichtigten das wunderschöne, renovierte Schloss, das einst als Witwenresidenz für Herzogin Christiane Aemilie Anthonie von Mecklenburg-Strelitz diente. Noch ein kurzes Mittagessen im Hafen und schon fuhren wir zurück zum Labussee, auf dem wir für die Nacht ankerten. Auf dem Weg dorthin machten wir noch kurz einen Badestopp an der Fleether Mühle, die auch einen kleinen Biergarten hat. Schön war es am Abend die Ruhe zu genießen, zu baden und zum Abendessen den frischen Fisch zu grillen. Ein Höhepunkt war der nächtliche Sternenhimmel.

In den Rheinsberger Gewässern

Auch am zweiten Tag standen wir früh auf, um dem Stau an den Schleusen zu entgehen. Wir machten die Erfahrung, dass die Schleusen ab 9 Uhr in der Hochsaison sehr voll wurden. Wir passierten die Canower Schleuse und die Wolfsbrucher Schleuse und machten auf dem Tietzowsee einen Frühstücksstopp. Herrlich war es in der Morgensonne nach Speck duftendes Rührei zu essen. Danach fuhren wir weiter zum Restaurant zum Achter in Zechlinerhütte und machten Stopp, um Strom und Wasser aufzufüllen. Unterwegs hatten wir viel von Alfred Wegener gehört, ein bekannter Polarforscher, der ursprünglich aus dem Dorf Zechlinerhütte stammt. Wir unternahmen von unserer Anlegerstelle einen kleinen Fußmarsch zu dem ihm gewidmeten Museum, das aber leider geschlossen war. Dann ging es weiter nach Rheinsberg.

Dort angekommen nahmen wir ein zweites Frühstück im Café Marmelo: Zitronentarte, Bircher Müsli und einen köstlichen Cappuccino gab es. In dem Café stöberten wir in süßen Accessoires wie heimischen Produkten wie Honig und Marmeladen.  Gestärkt machten wir uns auf, um das Rheinsberger Schloss zu besichtigen. Die Kinder bekamen gleich am Eingang Audioguides für eine Kindertour zugeteilt. Moderatoren der Kindertour waren die Schlossengel Angelino und Rafael, die den Kindern die Geschichte rund um das Schloss Rheinsberg Prinz Friedrich und Heinrich näher brachten.

Nach der Besichtigung schlenderten wir noch gemütlich durch den Park und das süße Städtchen Rheinsberg. Schließlich legten wir wieder ab und tuckerten wieder zurück zum Pältzsee, auf dem wir für die Nacht ankerten.

Über Wesenberg nach Neustrelitz

Am dritten Tag ging es über Wesenberg nach Neustrelitz. Dabei passierten wir die Strasener Schleuse und die Wesenberger Schleuse. Besonders beeindruckend war der Havelkanal zwischen dem Priepertsee und Ahrensburg. Dort sahen wir einen Fuchs, einen Eisvogel, Kraniche und Rohrdrommeln. Wunderschön waren die Buchen- und Birkenwälder mit Kiefern, die schon fast ein skandinavisches Flair vermittelten. Wir sahen einige Kanufahrer, die am Uferrand zelteten. In Wesenberg angekommen, machten wir kurz einen Stopp, um Strom aufzuladen. Kurz besichtigten wir das nette Städtchen mit seiner kleinen Burganlage und der Villa Pusteblume, einem kleinen Blechinstrumente-Museum. Dort tranken wir einen Kaffee im hübschen Gastgarten und machten uns weiter auf den Weg über den Woblitzsee und der Voßwinkel-Schleuse nach Neustrelitz. 

Richtig traurig waren wir, als wir wieder unser Hausboot abgeben mussten. Unser Fazit: Es war der entspannteste Urlaub seit Langem! Wiederholung garantiert!

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