Budapest mit Kindern: 4 Ausflüge, die Ihr nicht verpassen solltet

Wir hatten riesiges Glück bei unserem Besuch in Budapest über die Osterfeiertage: An allen Tagen war das Wetter wunderbar. Eigentlich hatte ich anfangs einige Museen herausgesucht, aber bei so viel Sonne haben wir die Stadt vor allem draußen erlebt, sind viel gelaufen und haben dabei einige Orte entdeckt, die wir in anderen Tipps für Budapest mit Kindern so noch gar nicht gelesen hatten.

Genau diese Ausflüge möchten wir heute mit Euch teilen. Es sind keine klassischen „Pflichtstationen“, sondern Orte, die uns als Familie wirklich begeistert haben und die Budapest für Kinder noch einmal von einer ganz anderen Seite zeigen.

Budapest mit Kindern: 4 Ausflüge, die Ihr nicht verpassen solltet

Das Stadtwäldchen, Haus der Musik und Ethnographisches Museum

Ein paar Metrostationen von der Innenstadt entfernt liegt das Városliget, das Stadtwäldchen von Budapest. Der Name klingt fast ein bisschen beschaulich, tatsächlich erwartet Euch hier aber ein riesiger Park, in dem Familien locker mehrere Stunden verbringen können. Zwischen Grünflächen, Wegen, Spielmöglichkeiten und spannender Architektur gibt es unglaublich viel zu entdecken.

Direkt im Park liegt auch das Haus der Musik, eines der auffälligsten modernen Gebäude der Stadt. Das Haus verbindet Konzerte, Ausstellungen und Musikvermittlung, und schon die Architektur macht Lust, näher hinzuschauen: Das Gebäude wurde so entworfen, dass Innenraum, Licht und Parklandschaft fast ineinander übergehen.

Der Klanggarten des Hauses der Musik

Besonders schön für Familien ist der frei zugängliche Klanggarten draußen, in dem Kinder Töne, Bewegung und Musik spielerisch ausprobieren können.  Genau dieser Klanggarten war für uns eines der Highlights des Tages. Wir haben dort bestimmt eine Stunde verbracht, Klanghölzer und interaktive Elemente ausprobiert und gemeinsam mit anderen Kindern sogar ein kleines spontanes Konzert veranstaltet. Im Vergleich zu vielen Klangpfaden, die wir aus Deutschland kennen, wirkte hier alles noch einmal kreativer und interaktiver.

Halfpipe- und Labyrinth-Feeling am Ethnopgraphischen Museum

Ebenfalls sofort ins Auge fällt das neue Ethnographische Museum, dessen geschwungene Form tatsächlich ein wenig an eine riesige Halfpipe erinnert. Das Museum zeigt Ausstellungen zu Alltagskultur, Traditionen und Lebenswelten aus Ungarn und anderen Regionen der Welt, liegt zum Teil unterirdisch und besitzt eine frei zugängliche grüne Dachlandschaft. Gerade dieses Dach mit seinen Wegen und Aussichtspunkten lohnt sich auch dann, wenn Ihr es nicht mehr ins Museum selbst schafft. Mehr dazu findet Ihr hier:

Uns hat dort vor allem gefallen, dass der Ort gleichzeitig spektakulär und familienfreundlich ist. Die Kinder hatten Spaß daran, die Wege und das Stelen-Labyrinth zu erkunden, und wir fanden den Blick über die Stadt und die besondere Architektur einfach großartig. Mit kleineren Kindern sollte man an den schrägen Passagen nur ein bisschen aufpassen.

Die Stephansbasilika und ihre „gruselige rechte Hand“

Die Stephansbasilika gehört ohne Frage zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Budapest. Sie ist eine der wichtigsten Kirchen der Stadt, liegt sehr zentral und beeindruckt schon von außen mit ihrer großen Kuppel und der monumentalen Fassade. Im Inneren ist sie reich ausgestattet, ohne auf uns überladen zu wirken, und gerade deshalb lohnt sich ein Besuch auch dann, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Offizielle Besucherinfos findet Ihr hier:

Was unsere Kinder dort besonders fasziniert hat, war ausgerechnet nicht nur die Kirche selbst, sondern die berühmte Reliquie der rechten Hand des heiligen Stephan. Für Erwachsene ist das vielleicht vor allem historisch oder religiös interessant, für Kinder ist es erst einmal vor allem erstaunlich, dass so etwas überhaupt ausgestellt wird. Genau dadurch ergab sich bei uns aber ein richtig gutes Gespräch über Religion, Geschichte und darüber, warum Reliquien für viele Menschen so bedeutend sind.

Ich fand diesen Besuch deshalb überraschend schön, weil er viel mehr war als nur „eine Kirche anschauen“. Die Basilika war für uns ein Ort, an dem Budapest auf einmal ganz greifbar wurde: geschichtlich, kulturell und auch ein kleines bisschen geheimnisvoll.

Das Cat Museum Budapest mit echten Katzen zum Streicheln

Das Budapester Cat Museum ist eigentlich gar kein klassisches Museum, sondern eher eine Mischung aus liebevoll gestaltetem Katzenhaus, Ausstellung und Café-Erlebnis. Im Haus leben Katzen, dazu kommen unzählige Bilder, Figuren, kleine Infotafeln und verspielte Details rund um das Thema Katze. Alles ist bewusst gemütlich und so gestaltet, dass man sich eher wie zu Besuch in einem besonderen Wohnzimmer fühlt als in einem typischen Museum. Offizielle Infos und die Reservierung findet Ihr hier:

Wir fanden es dort richtig süß gemacht. Nach dem Ankommen zieht man die Schuhe aus, bekommt kurz erklärt, wie man sich den Katzen gegenüber verhält, und dann kann man das Haus in Ruhe erkunden. Unsere Jungs haben erst einmal Katzenschach gespielt, wir haben uns das Getränk geholt und uns dann in einen Sessel gekuschelt, während um uns herum Katzen herumspaziert sind und gestreichelt werden wollten.

Natürlich wäre so ein Konzept in Deutschland aus Tierschutzsicht vermutlich viel schwieriger umzusetzen, aber für uns hat es sich vor Ort sehr entspannt und stimmig angefühlt. Schön fanden wir auch, dass die Zahl der Gäste begrenzt ist, damit es für die Tiere nicht zu stressig wird und man tatsächlich eine ruhige Atmosphäre hat.

Ganz wichtig ist allerdings: Reserviert unbedingt vorher. Spontan vorbeizukommen ist nach allem, was das Museum selbst kommuniziert, keine gute Idee, denn Besuche laufen über Zeitfenster und Vorab-Buchung. Wer hingeht, sollte weniger ein klassisches Museum mit langen Erklärtexten erwarten, sondern vielmehr einen liebevollen, besonderen Ort für alle, die Katzen mögen.

Der Zoo von Budapest mit Gorillas und Ameisenbären

Der Zoo von Budapest hat unseren Kindern ebenfalls richtig gut gefallen. Er liegt direkt im Stadtwäldchen und ist deshalb wunderbar mit einem Ausflug ins Városliget kombinierbar; mit der M1 und der Station Széchenyi fürdő kommt Ihr von der Innenstadt sehr unkompliziert dorthin. Der Budapest Zoo and Botanical Garden ist ganzjährig geöffnet, bietet einen digitalen Lageplan und gehört zu den Klassikern für Familien in der Stadt. Offizielle Infos zu Anfahrt, Öffnungszeiten und Tickets findet Ihr hier:

Wir haben dort viele Stunden verbracht und trotzdem längst nicht alles gesehen. Besonders beeindruckt haben uns die Gorillas, weil man sie so intensiv beobachten konnte, und auch ein Tiger, der ganz in unserer Nähe am Fenster lag, war für die Kinder ein echtes Highlight. Man merkt schnell, dass der Zoo groß angelegt ist und man hier ohne Probleme einen halben Tag verbringen kann.

Praktisch fanden wir auch, dass es zwischendurch immer wieder Möglichkeiten für eine kleine Pause gibt. Es gibt im Zoo verschiedene gastronomische Angebote, und für Kinder sind außerdem Spielbereiche und zusätzliche Attraktionen wichtig, sodass der Besuch auch dann entspannt bleibt, wenn nicht jede Minute nur aus Tiereanschauen besteht. Unser Eindruck war: In etwa drei Stunden sieht man schon sehr viel, mit kleineren Kindern oder längeren Pausen kann man aber ebenso gut deutlich länger bleiben.

Unser Fazit zu Budapest mit Kindern

Budapest hat uns als Reiseziel mit Kindern wirklich überrascht. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es viele Orte, die gleichzeitig entspannt, besonders und familienfreundlich sind. Gerade die Mischung aus Park, Architektur, ungewöhnlichen Museen, Tieren und kleinen Überraschungen hat die Stadt für uns so spannend gemacht.

 

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