Venedig – 10 Tipps für den perfekten Familientrip Ein Gastbeitrag von Ulrike Strauss

 

Neulich brachte meine Tochter ein selbst gemaltes Bild mit ihrem schönsten Ferienerlebnis mit aus der Schule. Darauf zu sehen: die Seufzerbrücke in Venedig! Ich bin gerührt und freue mich sehr darüber, dass, wie es scheint, auch unsere Kinder (4 und 7 Jahre) schöne Erinnerungen aus dem Urlaub mitgebracht haben. Wir waren in den Herbstferien eine knappe Woche zur Biennale in der Lagunenstadt. Es war unsere erste richtige Städtereise zu viert.

Venedig eignet sich perfekt für einen Aufenthalt mit Kindern: Die Stadt ist nicht zu groß, die Wege kurz – und wenn die Kleinen keine Lust mehr zum Laufen haben, besteigt man schnell ein Vaporetto und bestaunt alles vom Wasser aus. Wir fuhren viel Boot, suchten nach Löwenstatuen auf Fenstersimsen, kauften billige Plastikmasken aus China, aßen jeden Tag mindestens ein Eis und machten immer mal wieder Pause. Zugegeben, die Biennale hatte es ihnen nicht sonderlich angetan, aber vom Gondel fahren, den Glasbläsern auf Murano, dem Strand und natürlich von der auf dem Bild verewigten Seufzerbrücke und dem Dogenpalast sprechen sie auch später immer wieder.

Es gibt nur einen Haken: Die vielen anderen Touristen aus aller Welt. Selbst im Herbst ist es noch ziemlich voll in der Stadt – vor allem rund um den Markusplatz. Und ab dem späten Vormittag wird es immer voller. Damit Ihr und Eure Familie das Beste aus Eurem Familienurlaub in Venedig mitnimmt, habe ich Euch meine 10 ultimativen Tipps für Venedig mit Familie zusammengestellt.

10 Tipps für Venedig – von der Reisplanung bis hin zu Sehenswürdigkeiten

Tipp Nummer 1 – Anreise mit dem Zug.

Wir sind mit dem Zug nach Venedig San Lucia gefahren. Von München gibt es ein paar direkte Verbindungen am Tag. Die Fahrt dauert nur gute sechs Stunden und ist sensationell günstig. Es gibt Toiletten, ein Bordrestaurant und die Kinder können auf dem Gang auf und ab laufen. Wie ein kleines Abenteuer und die Fahrt ist kurzweilig!

Tipp Nummer 2 –  Vorausplanen und -buchen, wenn möglich

Ist eigentlich nicht so unser Ding, aber dringend notwendig. Deshalb haben wir auch keine der begehrten Plätze in den Führungen im Dogenpalast bekommen. Neben der Rialtobrücke gibt es ein relativ neues Luxuskaufhaus in einem alten Palast (Fondacio dei Tedeschi, http://oma.eu/projects/il-fondaco-dei-tedeschi) mit einer schönen Aussichtsterrasse. Kann man auch online vorab buchen, hier reicht wohl etwa ein Tag. Wussten wir nicht. Deshalb sind wir ohne Blick auf den Canale Grande wieder gegangen. Wenn wir es versäumt haben, schon mittags für Restaurants am Abend zu reservieren, war es auch nicht mehr so leicht, einen freien Tisch zu bekommen. Wir haben immer in der Nähe unseres Hotels gegessen und zur Recherche Tripadvisor bemüht. Achtung: Restauranttipp Nummer eins auf Tripadvisor (zumindest zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts) ist eine Creperie (!). Sehr praktisch ist auf jeden Fall die App der venezianischen Verkehrsbetriebe ACTV. Dort kann man den gesamten Vaporetta-Fahrplan abrufen und auch elektronische Tickets kaufen.

Tipp Nummer 3 – die wichtigsten Sehenswürdigkeiten frühmorgens

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gleich morgens besichtigen, wenn die Tagestouristen noch nicht da sind. Wenn man mit Kindern unterwegs ist, eigentlich kein Problem. Wir haben am ersten Tag nach dem Frühstück getrödelt und waren erst am Markusplatz, als schon überall lange Menschenschlangen standen. Wir disponierten um und starteten gleich vom Markusplatz aus mit einem Vaporetto nach Murano.

Tipp Nummer 4 – Murano Glasbläserei

Murano ist für Kinder total spannend. Es ist nur nicht so, dass man überall gleich einem Glasbläser über die Schulter schauen kann. Wir haben ein bisschen gegoogelt und waren dann schließlich bei Maestro Sandro Frattin (www.azvetrimurano.com). Wir waren fasziniert. Der Glasbläser braucht nur ungefähr zwei Minuten bis er aus einem Stück Glas eine kleine Pferdefigur zieht und zurechtbiegt.

Tipp Nummer 5 – Venedig von oben

Am nächsten Tag kamen wir früher (10.30 Uhr) auf den Markusplatz an. Am Dogenpalast war zu diesem Zeitpunkt noch nichts los. Ich kaufte schnell Tickets für später. Dann reihten wir uns in die Schlange für San Marco. Wir warteten ungefähr eine halbe Stunde und wurden dafür mit einem Rundgang durch diese wunderbare Kirche belohnt. Wir zählten fünf Kuppeln und bewunderten die goldenen Mosaiken an der Decke des gesamten Doms. Ich stand noch einmal eine halbe Stunde (ohne Kinder, die auf dem Markusplatz rumliefen und auf den Löwenstatuten saßen) am Campanile an. Dann ging es mit einem Aufzug bequem nach oben. Die Extra-Schleife hat sich gelohnt: Der Ausblick über die gesamte Stadt ist fantastisch.

Tipp Nummer 6 – der Dogenpalast

Von unseren Kindern auch liebevoll der „Doofenpalast“ genannt. Wir gaben ihnen eine Kurzeinführung in die Venezianische Geschichte („Hier hat früher der Chef von Venedig gewohnt“) und bestaunten die Prunksäle. Spannend fanden die Kinder aber vor allem die Gefängnisräume und den Weg dorthin von innen über die Seufzerbrücke. Es gab zwei sehr spannende Führungen im Dogenpalast („Geheime Wege“ und „The Palace with a tale to tell“, www.vivaticket.it), die für Kinder ab sechs Jahren geeignet waren, zum Teil auch auf Deutsch. Sie müssen allerdings längere Zeit im Voraus online gebucht werden – wir jedenfalls hatten kurzfristig keine Plätze mehr bekommen.

Tipp Nummer 7 – raus auf den Lido

Am dritten Tag brauchten die Kinder eine Pause. Wir fuhren mit dem Vaporetto zum Lido rüber, was von San Marco nur gut zehn Minuten dauerte. Von dort mussten wir noch ein Stück zu Fuß auf die andere Seite der Insel gehen und gelangten an einen öffentlichen Strand. Die Badesaison war zwar zum Zeitpunkt unseres Besuches vorbei, aber das Wetter so gut, dass die Kinder barfuß im Sand spielen konnten. Der Lido war sehr groß und große Distanzen zu Fuß nicht zu bewältigen. Hierzu empfehlen wir Euch Fahrräder zu leihen.

Tipp Nummer 8 –  Gondel fahren

Ja, ausschließlich Touristen fahren mit der Gondel. Und ja, es ist teuer – sehr teuer sogar. Wir überlegten hin- und her, aber die Kinder wünschten es sich unbedingt. Da sie bislang alles klaglos mitgemacht hatten, bezahlten wir zähneknirschend 100 Euro für eine ca. 35-minütige Gondelfahrt. Trotz des Preises waren wir begeistert. Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes und man sieht die Stadt von einer ganz anderen Seite. 80 Euro kostet die Fahrt auf dem Canale Grande, zwanzig Euro mehr, wenn man auch in die kleineren Kanäle der Stadt reinfahren möchte. Die Tarife sind fix, wir fragten an mehreren Stationen an und bekamen überall dieselben Preise genannt. Recherchen bei Google bestätigen uns das. Wir entschieden uns schließlich, nicht bei San Marco die Gondel zu nehmen, sondern etwas unterhalb der Rialtobrücke. Das lohnt sich, weil man an der Stelle sogar eine kleine Rundfahrt in den Kanälen machen kann. Weiter unten am Kanal wird man nur ein bisschen reingerudert und auf demselben Wege wieder zurück.

Tipp Nummer 9 – die Biennale

Ja, die Kinder fanden es nicht so toll, aber sie haben sich trotzdem irgendwie vergnügt. Während ich vor dem Deutschen Pavillon für die preisgekrönte Performance anstand, spielten die Kinder mit Stöcken und Kieselsteinen. Wir schauen uns gemeinsam noch ein paar andere Pavillons an, die sich für einen Besuch mit Kindern gut eignen, weil die einzelnen Ausstellungen ja nicht so groß sind. Mit der Kunst selber konnten die Kinder wenig anfangen („Kritzikratzi“) und auf dem Glasboden im Deutschen Pavillion spielten sie Schlittschuh fahren. Dafür gab es vor der Biennale einen schönen Spielplatz, wo wir noch ein bisschen blieben.

Tipp Nummer 10 – Spielplätze und Kinderreiseführer.

Wir entdeckten zwei Spielplätze – einen vor der Biennale an der Vaporetto-Station Giardini und einen weiter unten an der Vaporetto-Station San Elena. Viele Tipps und Infos über Venedig haben wir aus folgenden Kinderreiseführern, die ich nur empfehlen kann: „Vivavenedig – ein Reiseführer für große und kleine Kinder“ und „Familienreiseführer Venedig“.

Von Around About Travel ein Tipp zum übernachten: Das Kloster Don Orione! Gerade als Familie nicht so teuer, aber zentral!

Die Autorin Ulrike Strauss

Ulrike Strauss ist eine Freundin von uns und Fan von Around About Travel! Sie hat selber zwei Töchter und reist sehr gerne in der Weltgeschichte herum.

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1 comment

  1. Ihr Lieben! Wie toll, Venedig! Wir sind grosse Venedig-Fans, mit Kindern sogar noch mehr!
    Ein Tipp: Für die Gondelfahrt würde ich die Traghetto-Überfahrten empfehlen. Kosten 1-2€ und überqueren an mehreren Stellen jeweils einmal den Canal Grande – das reicht den Kids meistens! Freue mich, wenn Ihr unsere Tipps anschaut. Ein paar Ergänzungen sind bestimmt dabei: https://thewhitemarble.de/venedig-mit-kindern-teil-1/ und https://thewhitemarble.de/venedig-mit-kindern-teil-2/
    Liebe Grüsse
    Insa

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