Tipps für Euren Städtetrip nach Moskau

Nach langer Zeit ging es für uns mal wieder in eine Stadt: und zwar nach Moskau! Schon immer wollten wir die Hauptstadt des Landes der Zaren, der Zwiebeltürme, von Lenin und den Ex-Sowjets besichtigen. Also buchten wir unsere Flüge und Hotel für Anfang Januar und kamen noch in den Genuss der russisch-orthodoxen Weihnachtszeit. Ein tolles Erlebnis! Lest unseren Reisebericht und unsere Tipps für Moskau.

Tipps für Moskau

Bevor wir unseren Städtetrip nach Moskau antraten, mussten wir zunächst unser Visum beantragen. Keine leichte Sache, aber darüber werden wir in einem gesonderten Artikel berichten. Auch durchstöberten wir den ein oder anderen Reiseführer, um uns auf die vier Tage in Moskau perfekt vorzubereiten. Sehr lustig und empfehlenswert war das Buch „Fettnäpfchenführer Russland: Was sucht der Hering unterm Pelzmantel?“, das uns perfekt auf die russische Kultur und Mentalität vorbereitete. Hauptfigur ist Herr Müller, der für zwei Jahre zum Arbeiten nach Russland geht und dabei in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt.

Gut zu wissen

Moskau ist eine westliche Großstadt. Wir haben während unseres Besuches keine „Reliquien“ aus Sowjetzeiten ausfindig machen können und wenn, dann waren sie für die Touristen gewollt (Sowjet-Vans als Sightseeingbus). Die Dichte an Porsche, BMW und Mercedes ist genauso hoch wie in jeder deutschen Großstadt und auch die Geschäfte und Malls ähneln unseren. Wir haben uns darüber hinaus keine Minute lang unsicher gefühlt (zumindest in den Touristengegenden), zumal auch überall Sicherheitsbeamte zu sehen waren.

Wer nach Moskau reist, braucht Zeit und Geduld in Form von „Schlange stehen„. In den vier Tagen, in denen wir in Moskau waren, haben wir einen halben Tag damit verbracht, an Ticketschaltern, Garderoben, Eingängen, Sicherheitskontrollen oder Kassen zu warten. Sehr nervig! Deshalb bucht Tickets, sofern es sie online gibt, im Internet!

Die größte Barriere in der Kommunikation waren Schrift und Sprache! Viele Informationen in Sehenswürdigkeiten waren oder sind nur in russischer Sprache zu lesen. Und glaubt nicht, dass die Russen Englisch sprechen! Laut unseres Reiseleiters Sergei, mit dem wir einen Tag verbracht hatten, brauchen die Russen für den täglichen Gebrauch kein Englisch und praktizieren es kaum. Unsere Lösung: eine Übersetzungsapp!

Dass Russland ein Vielvölkerstaat ist, merkt man auch an den Restaurants. Neben russischer Küche könnt Ihr georgisch, ukrainisch, finnisch, israelisch etc. essen. Wir waren so überwältigt und begeistert von dem Angebot, dass wir zweimal täglich essen waren. Das Essen ist in der Regel auch recht günstig, nur der Alkohol ist verhältnismäßig teuer. So kann eine Flasche Wein dann schon mal 100 Euro kosten.

Für den Besuch der Kirchen solltet Ihr Euch immer ein Tuch als Kopfbedeckung mitnehmen.

Überall in Moskau gibt es Gratis-WLAN. Schaut, dass Ihr das Netz wählt, für das Ihr eine deutsche Nummer in das Kontaktformular eingeben könnt. Dann erhaltet Ihr einen Code, den Ihr anschließend eingebt. Und puff, habt Ihr freies  WLAN auf allen Straßen und vielen Gebäuden.

Fortbewegung

Unser Tipp für Moskau für beste und schnellste Fortbewegung ist die Metro. Sie ist – im Gegensatz zu vielen anderen Dingen in Russland – perfekt für Ausländer, da die Informationen in englischer Sprache verfügbar und auch sehr transparent und verständlich sind. Darüber hinaus kommen die Wagen im Ein- bis Zweiminutentakt, sodass Ihr hier auf jeden Fall nie lange warten müsst. Auch sind die einzelnen Fahrten sehr günstig (unter einem Euro). Um mit der Metro fahren zu können, benötigt Ihr eine Plastikkarte, die an einem Automaten oder an der Kasse aufgeladen werden. Mit der Karte können auch mehrere Personen fahren.

Als Taxidienst empfehlen wir KiwiTaxi, das uns einen einwandfreien Transfer vom Flughafen und zurück ermöglicht hat. Ihr könnt es online buchen. Innerhalb der Stadt empfehlen wir Yandex/Uber.

Kultur und Mentalität

 

Die Russen sind sehr religiös. In den letzten 30 Jahren hat sich die Anzahl der russisch-orthodoxen Kirchen vervierfacht. Ebenfalls sind sie sehr naturverbunden und lieben es, Pilze zu sammeln oder am Wochenende in ihr Ferienhäuschen auf dem Land, die „Datscha“ zu fahren. Fast jeder Russe besitzt eine Datscha! Auch die Tradition des Saunierens ist weitverbreitet. So geht man wöchentlich in eine „Banja“. Dort bekommt jeder erst mal ein Filzhütchen, damit er bei 100 Grad nicht so schwitzt. Man macht Aufgüsse mit in Wasser getränkten Birkenzweigen, die während des Sommers gepflückt und getrocknet werden. Wusstet Ihr auch, dass die Russen größere Teetrinker als die Engländer sind? Im Restaurant bestellt man Teekannen mit Tee aus Beeren, Hagebutten, Ingwer, Orangen, Kräutern etc. Sehr köstlich! Außerdem sind die Russen eine stolze Raumfahrtnation, was sich in sämtlicher Weihnachtsdeko bemerkbar machte.

Hier kommen unsere Tipps für Moskau:

Unsere Top-Hotspots für Moskau

Roter Platz mit GUM

Der Rote Platz ist natürlich ein absolutes Highlight. Er wird umschlossen vom Kreml, dem Historischen Museum, der Basilius-Kathedrale und dem berühmten Kaufhaus GUM, das mittlerweile zahlreiche Luxusboutiquen beherbergt. Wir hatten im GUM für wenig Geld ein leckeres Mittagessen im obersten Stockwerk zu uns genommen und dem Feinkostladen Gastronom im Erdgeschoss einen Besuch abgestattet. Dort fanden wir alle Köstlichkeiten, die Russland zu bieten hat auf einem Fleck: Lachs, Kaviar, Feinkostsalate, Schokoladen und vieles mehr.

Der Kreml – Zeitgeschichte und Präsidentensitz

Der Kreml ist natürlich ein absolutes Muss für Moskau, denn hier verbirgt sich Russlands Zeitgeschichte: vom Zarenreichen über Sowjetzeiten bis zur heutigen Zeit, ist der Kreml Regierungssitz des Präsidenten. Um eins vorwegzunehmen: Der touristische Besuch des Kremls ist sehr undurchsichtig! Unser Tipp ist es, vorab Tickets online (gibt aber nur beschränkte Möglichkeiten) über beispielsweise GetYourGuide zu buchen. Diese sind zwar nicht ganz günstig, ersparen Euch aber lange Wartezeiten. Wichtig ist es zu wissen, dass wenn man die Tickets im Alexandergarten vor Ort kauft, es für die unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten unterschiedliche Ticketschalter gibt. So macht es Sinn, dass man sich gegebenenfalls in der Gruppe aufteilt. Tickets für Kinder (unter 16 Jahren) sind umsonst und können nur am Tag selber und vor Ort gekauft werden!

Folgende Sehenswürdigkeiten gibt es im Kreml zu sehen: die Kathedralen und der Kathedralenplatz, die Rüstkammer, der Diamantenfonds, laufende Ausstellungen, Museum im Glockenturm „Ivan der Schreckliche“.

Wir empfehlen die Kathedralen und die Rüstkammer, die unserer Meinung nach eher „Schatzkammer“ heißen sollte. Sie beherbergt Russlands Zeitgeschichte mit wunderschönen Zarenkutschen, Kronen, Gewändern und die berühmten Fabergé-Eier.

Basilius-Kathedrale – die schönste aller Zuckerbäckerkirchen

Die Basilius-Kathedrale ist ein weiteres Wahrzeichen Moskaus und befindet sich ebenso wie der Kreml am Roten Platz. Im „Vorgarten“ der Kathedrale landete Mathias Rust 1987 mit seinem Sportflugzeug. Sie ist besonders schön, weil ihre Zwiebeltürme unterschiedliche Muster und Farben haben. Leider hatten wir uns im Internet falsche Tickets gekauft, sodass wir uns noch mal am Ticketschalter für neue Tickets anstellen mussten. Zar Ivan ließ dem Architekten der Kathedrale die Augen ausstechen, damit dieser nirgendwo anders eine schönere Kathedrale errichten konnte. Die Kathedrale besitzt neun Zwiebeltürme und neun unterschiedliche Kirchen, die jede für sich sehr individuell und wunderschön anzusehen ist.

Lenin-Mausoleum

Lenin ist in Russland ein Volksheld. Seit seinem Tod ist der Held im Lenin-Mausoleum aufgebahrt und wird jährlich neu einbalsamiert. Wir hatten das große Glück, dass wir ihn sahen, wenn auch die Schlange vor seinem Mausoleum sehr lang war. Tickets braucht man nicht für das Mausoleum kaufen, denn es ist umsonst. Nur solltet Ihr Euch vorab informieren, wie die aktuellen Öffnungszeiten sind und ob der Leichnam nicht für eine erneute Einbalsamierung abtransportiert wurde. Übrigens: die Schlange zum Mausoleum beginnt etwa ab dem Nikolausturm.

Metrostationen

Besonders stolz sind die Moskauer auf ihre Metrostationen – damals als „Paläste des Volkes“ errichtet und das sind sie wahrlich. Wir hatten unsere Besichtigungstour auf die Ringlinie 5 beschränkt und sind an den unterschiedlichen Stationen ausgestiegen: in Kiewskaja mit Wandmosaiken, die die russischen-ukrainische Völkerfreundschaft zu Sowjetzeiten darstellt. In der Station Novoslobodskaya gab es Buntglasfenster aus Riga zu bewundern. Die Metrostation Komsomolskaya erstrahlt mit zahlreichen Kronleuchtern. Jede einzelne Station hatte eine andere Besonderheit zu bieten. Diese Tour war besonders günstig, denn wir mussten nur ein Ticket unter einem Euro lösen.

Gorki-Park mit Garage-Museum

Da wir den Gorki-Park im Winter besuchten, wirkte er ohne ein Blattgrün und Sonne fast ein bisschen trist. Der wilde Teil im Süden war sehr schön zum Spazieren und auch gab es dort viele Spielplätze. Spektakulär war dann die große Eisfläche zum Eislaufen im nördlichen Teil des Gorki-Parks. Hier werden im Winter verschieden Wege mit Wasser geflutet, sodass man quasi mit Schlittschuhen „Eis-Spazieren“ kann. Sehr lustig! Ein Highlight im Gorki-Park ist das Garage-Museum mit moderner Kunst. Seine Sammlung basiert auf den privaten Sammlungen des Oligarchen Roman Abramowitsch und seiner Ex-Freundin Dasha Zhukova.

Christ-Erlöser-Kirche – die größte russisch-orthodoxe Kirche

Die Christ-Erlöser-Kirche wurde erst nach Sowjetzeiten wieder aufgebaut und erstrahlt gerade zu religiösen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern in einem prächtigen Glanz. Als wir an Weihnachten da waren, hatten wir sogar die Gelegenheit, einer Weihnachtsmesse beizuwohnen.

Moskau-City mit höchstem Skyscraper

Ein weiterer Tipp für Moskau ist Moskau-City mit seinen Wolkenkratzern. Sie sind in den letzten 30 Jahren entstanden und bilden einen schönen Kontrast zum Kreml und den Kathedralen mit den Zwiebeltürmen. Wir besuchten die Aussichtsplattform Panorama 360 im Oko-Tower, die höchste Aussichtsplattform Europas für satte 1500 Rubel, aber es lohnte sich, denn wir genossen einen fantastischen Blick über die nachts illuminierte Stadt! Dort gibt es übrigens im Winter auch eine Eisbar und Eisskulpturen (für Kinder eine Eisrutsche).

Kinderkaufhaus Detski Mir mit Aussichtsplattform

Im Kinderkaufhaus Detskiy Mir gibt es alles Erdenkliche, was Kinder brauchen oder sich wünschen: von Klamotten über Spielsachen bis hin zu Kletterburgen. Ein echt tolles Konzept, das auch in deutschen Städten sicher Erfolg hätte! Wir stöberten durch den ein oder anderen Laden und besuchten zum Schluss noch die Aussichtsplattform (mit geringem Eintritt) mit einem schönen Blick über die Altstadt und den Roten Platz.

Tretjakow-Galerie – Russlands Geschichte in Bildern und Skulpturen

Eine Galerie bzw. Museum sollte man sich in Moskau anschauen, denn die Stadt ist voll davon. Wir entschieden uns für die Tretjakow-Galerie, da sie ist eine der größten Kunstsammlungen Europas mit Werken russischer Künstler vom 11. bis zum 20. Jahrhundert ist. Empfehlenswert ist auch die Neue Tretjakow-Galerie mit moderner, zeitgenössischer Kunst.

Kosmonautenmuseum  – Raumfahrer aufgepasst!

Ein weiterer Tipp für Moskau ist das Kosmonautenmuseum. Aus Zeitgründen hatten wir es nicht mehr dorthin geschafft. Von Freunden hatten wir uns aber sagen lassen, dass es sich für alle Raumfahrtfans lohnt. Das Museum informiert über die internationale Raumfahrt und besitzt sogar einen begehbaren Basisblock der Raumstation Mir.

Weitere Tipps für Moskau sind:

Unsere Must-Do’s

Plombir-Eis essen

Ein Plombir-Eis essen gehört zu Russland wie das Amen in der Kirche. Westliche Eismarken haben sich in Russland nicht durchgesetzt und überall am Roten Platz und im Kaufhaus GUM gibt es das Eis zu kaufen.

Ins Bolshoi-Theater gehen

Wenn Ihr es möglich machen könnt, geht ins Bolshoi-Theater! Diesen Tipp für Moskau hatten wir von einer Freundin bekommen. Und, kauft nicht die teuren, unerschwinglichen Karten des alten Theaters, sondern der „neuen Bühne“, der „New Stage“. Sie kosten unter 100 EUR und die neue Bühne ist ebenso schön wie die alte! Sie wurde gebaut, als das alte Bolschoi-Theater umgebaut wurde.

Um den Patriarchenteich bummeln

Bummelt auf jeden Fall in dem Viertel um den Patriarchenteich. Hier fühlten wir uns wie im Londoner Stadtteil Notting Hill! Hier haben sich unglaublich schöne und individuelle Geschäfte und tolle, internationale Restaurants angesiedelt.

Aljonka-Schokolade essen

Berühmt ist die Schokolade Aljonka mit dem pausbäckigen Mädchen, das es übrigens wirklich gegeben hat! Sie war die Tochter eines Fabrikmitarbeiters. Die Schokolade wird von der Marke Roter Oktober hergestellt. Die Fabrik, das rote, große Gebäude war ursprünglich direkt gegenüber dem Kreml auf der anderen Flussseite. Heutzutage beherbergt der Gebäudekomplex noch einen Süßigkeitenladen der Marke Roter Oktober, der einen Besuch lohnt! Ansonsten sind in dem Komplex Bars, hippe Geschäfte und Start-ups untergebracht. Die Produktion der Schokolade und anderen Süßigkeiten findet im Norden der Stadt statt.

Einen Ausflug nach Sergijew Possad unternehmen

Weitere Tipps für Moskau sind ein Ausflug zum Dreifaltigkeitskloster nach Sergijew Possad und ein Besuch einer russischen Banja. Wir buchten den Ausflug über Put-in-Tours und können ihn in jedem Fall weiterempfehlen. Unser Reiseleiter Sergei holte uns in einem Sowjet-Van vom Hotel ab und fuhr zum Kloster nach Sergijew Possad, dem „Vatikan“ der russisch-orthodoxen Kirche. Es war ein magischer Ort mit blau-goldenen Zwiebeltürmen, Menschen, die den Heiligen Sergijew verehrten, inmitten einer weißen Schneelandschaft.

In eine russische Banja gehen

Danach fuhren wir zu einer russische Banja an einem zugefrorenen See und lernten die Tradition des russischen Saunierens kennen. Die Banja wurde nur mit Feuerholz beheizt. Sergei machte Birkenzweig-Aufgüsse und wir badeten anschließend in einem Eisloch im See. Es war einfach ein fantastisches Erlebnis. Danach speisten wir ein typisch russisches Abendmahl mit Bortsch, Schaschlick und sauren Gurken.

Wenn Ihr keine Zeit für eine ländliche Banja habt, dann solltet Ihr auf jeden Fall die Sanduny-Bäder in Moskau besuchen.

Tipps in Moskau für Restaurants

Dr. Zhivago (russisch)Mokhovaya St, 15/1, Moscow, Russland, 125009

Café Pushkin (russisch)Tverskoy Blvd, 26А, Moscow, Russland, 125009

Restaurant Björn (finnisch), Ulitsa Pyatnitskaya, 3, Moscow, Russland, 115035

Restaurant Margarita (international) Malaya Bronnaya St, д.28, Moscow, Russland, 123001

 

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