Oahu – wo Hawaii am meisten unterschätzt wird Honeymoon auf Hawaii - Teil 3

In unserem dritten Teil der Hawaii-Reise unserer Freunde Marion und Timm geht es 170 km weiter gen Osten, nach Oahu. Und beginnen wollen die beiden – ausgestattet mit der Erfahrung von einer Woche Urlaub auf der drittgrößten Insel des Archipels im Pazifik – mit einer Warnung…

Oahu – wo Hawaii am meisten unterschätzt wird

Fliegt NICHT nach Oahu. Wir können es nur so deutlich sagen: Fliegt auf keinen Fall von Deutschland dorthin. Fliegt erst nach Maui, Big Island oder nach Kauai, wenn Ihr nach Hawaii wollt. Danach aber reist unbedingt weiter nach Oahu.

Denn die Insel entfaltet ihre Wirkung viel besser, wenn man zuvor die Ruhe und Natur der anderen Orte erlebt hat. Im Anschluss nach einem kurzen Inselhüpfer mit Hawaiian Airlines (ab 75€ pro Flug) in Honolulu anzukommen und direkt am berühmten Stadtstrand von Waikiki aus dem Bus zu steigen, ist der ultimative Gegensatz und Kultur-Flash. Gegenüber Waikiki kurz vor Sonnenuntergang ist selbst Rimini im Sommer eine Art No Man’s Land. Aber wie könnte es am einem Strand, hinter dem es auf einem Quadratkilometer 30.000 Hotelbetten (die schönsten hat das “Moana Surfrider”) gibt, auch anders sein? Wer nach dem obligatorischen Mai Tai zum Sundowner auf der Flaniermeile, der Kalakaua Avenue, gut essen gehen möchte (unser Tipp: die “Cheesecake Factory” mit fairen Preisen und großartigem Teriyaki Chicken), sollte mindestens eine Stunde Wartezeit mitbringen. Und nachts um 22 Uhr noch begegnen einem hier in fünf Minuten mehr Menschen als auf Kauai mancherorts in einer ganzen Woche.

Umso überraschender, wie entspannt das Leben auf Oahu wird, sobald man Honolulu hinter sich gelassen hat. Am besten übrigens per Mietwagen, denn es gibt zwar ein inselweites Busnetz, aber die Taktung erscheint eher willkürlich. Und wie auf allen Hawaii-Inseln kann man hier sicher und komfortabel Auto fahren.

Pearl Harbour

 

Die erste Tour führt die meisten nach Pearl Harbour, zum bekanntesten US-Mahnmal westlich der 9/11-Twin Towers. Doch selbst hier verlaufen sich die Touristen rasch. Wer früh dran ist (vor neun bis zehn Uhr am Eingang), braucht also keine Tickets vorab online zu buchen, auch wenn man das oft liest. Auf jeden Fall meiden sollte man die Angebote der Ticketverkäufer auf den Straßen von Waikiki. Sie kassieren bis zu 50% Aufschlag!

Die Weltkriegs-Gedenkstätte ist sehr amerikanisch – im Positiven, wie im Negativen: mit Pathos beladen, selbstgefällig, aber auch bildgewaltig und stark in seiner Symbolik. Die beiden wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die gesunkene USS Arizona (hier ist der Eintritt sogar kostenlos) und das Museumsschiff USS Missouri – für beide zusammen sollte man mindestens vier Stunden einplanen.

Hanauma Bay – Wir schnorcheln durch Korallen – und nebendran schwimmen die Schildkröten

Must-See Nr. 2 der Insel ist Hanauma Bay, Hawaiis bester Schnorchel-Spot. Egal, ob man zum ersten Mal eine Taucherbrille aufsetzt oder professionell unterwegs ist: Die Vielfalt an subtropischen Fischen, Schildkröten, Oktopussen, Seesternen und Muränen in diesem Korallenriff begeistert jeden Taucher. Kein Problem, wenn man keine Ausrüstung dabei hat: Der Verleih am Strand ist bestens ausgestattet.

Wer von Pearl Harbour den Highway 3 gen Osten nimmt oder von Hanauma die Küstenstraße in den Norden, entflieht den Touristen-Spots endgültig und erlebt das andere Oahu. Das, das auch schon Steven Spielberg und seine Hollywood-Freunde inspiriert hat. Weswegen sie zwischen den urwaldgrünen, zerfurchten Bergketten, in die die Erosion tiefe Täler reingefressen und sie mit Wasserfällen und Felsnasen dekoriert hat, zahlreiche Blockbuster gedreht haben. Die Raptoren aus Jurassic Park “stammen” von Oahu und auch King Kong tappste hier durch den Urwald – so dass die Gestrandeten aus “Lost” eigentlich froh gewesen sein müssten, dass sie es nicht noch mit diesen Gestalten aufnehmen mussten.

Karibische Strände und hawaiianischer Tanz

In der Bergkulisse hier im Osten und Südosten finden sich die besten Trails und schönsten “Look outs”. So nennen die Hawaiianer alle Art von Aussichtspunkten, aber auch verbreiterte Standstreifen – das als Tipp, falls jemand tatsächlich lieber Auto fahren möchte statt zu wandern. Und auch die Strände hier auf der “Windward Coast” sind am schönsten, teilweise – wie bei Waimanalo und noch mehr in Kailua – fast karibisch und unter der Woche angenehm ruhig. Zugleich ist man allerdings, wenn man es möchte, in 30 Minuten im Wusel von Waikiki. Der beste Ort zum Wohnen ist Kailua: zentral gelegen, ausreichend Geschäfte und Lokale und eine Vielzahl an B&Bs.

Polynesian Cultural Center – eine Mischung aus Freilichtmuseum und Disneyland

Oahu ist die wohl am meisten unterschätzte Hawaii-Insel: Ihr fehlt die vulkanische Opulenz von Big Island, der Chic von Maui, die Dschungelkulisse von Kaua’i. Dafür vereint keine der anderen Inseln Kultur und Natur auf so vielfältige Art und Weise wie sie. Ein Beispiel dafür ist auch das Polynesian Cultural Center im Nordosten – einer Mischung aus Freilichtmuseum und Disneyland. Die Ticketpreise sind sportlich: 120 Dollar kostet das günstigste Tagesticket – allerdings inklusive Dinner und Showprogramm. Mit dem preiswertesten Eintritt (“Ali’i Luau Package”) ist man jedoch auch gut bedient: Die Extras der teureren Tickets wie die geführte Tour durch die Anlage sind den Aufpreis nicht wert.

Der Park stellt die verschiedenen Inselgruppen Polynesiens vor, von Hawaii im Norden über Tonga und Fiji bis Neuseeland im Süden – jeweils mit Nachbauten historischer Siedlungen, in denen folkloristische und kulturelle Darbietungen stattfinden. Man kann Männern aus Samoa beim Kochen im Erdofen zugucken, an einer “Hochzeit” auf Tonga teilnehmen, Bastmatten aus Palmwedeln knüpfen und das traditionelle hawaiianische Instrument, die Ukulele, zu spielen lernen. Viele Mitarbeiter stammen von den jeweiligen Inseln und erklären liebevoll ihre Traditionen. Wir bekommen sogar selbstgemachte Palm-Kronen von einer Frau aus Tahiti geschenkt.

Den abendlichen Abschluss bildet zunächst ein “Lu’au”, die hawaiianische Form des Galadinners, gefolgt von einer opulenten Tanz- und Feuershow, in der man leicht Zitate aus “König der Löwen” entdeckt. Studiosus-Niveau haben die Darbietungen nicht, aber wer einen Einblick in die Kulturen des Pazifik erlangen möchte, ist hier genau richtig. Aloha!

Ihr wollt mehr über Hawaii erfahren? Dann lest unsere Beiträge „Maui auf Hawaii – einmal um die halbe Welt für sechs Tage im Paradies“ und „Kauaí – zu Fuß unterwegs in Hawaiis Wanderparadies“!

 

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