Maui auf Hawaii: einmal um die halbe Welt für sechs Tage im Paradies Honeymoon auf Hawaii - Teil 1

Ob zum Honeymoon oder um einfach mal ganz weit weg und für die Sorgen des Alltags unerreichbar zu sein: Eine Reise nach Maui ist ein echtes Once-in-a-lifetime-Erlebnis. Für unseren Freund Timm und seine Frau Marion war Hawaii – vielleicht auch dank der frühkindlichen Sozialisation mit den gleichnamigen Toast und Pizza – immer der Inbegriff des Exotischen. Daher war es für sie auch keine Frage: Wenn sie einmal das Geld ausgeben und die Strapazen für die lange Reise um den halben Globus auf sich nehmen, dann für Hawaii. Und dann im Besonderen für Maui – denn der Ort ist von allen Inseln des Archipels der paradiesischste. Wie es Timm und Marion gefallen hat, berichten sie in diesem Artikel. 

Maui auf Hawaii: einmal um die halbe Welt für sechs Tage im Paradies

Organisatorisches

Der Weg ins Paradies allerdings könnte einfacher sein: Von Deutschland aus sind es in der Regel 24 Flugstunden, meist mit zwei Zwischenstopps – und auf dem Rückweg oft mit zwei Nachtflügen. Wir sind über Reykjavik, Toronto und Vancouver hin geflogen und über Honolulu, Seattle und wieder Reykjavik retour. 27 Stunden Anreise, 24 zurück (dank Westwind sind die Flieger nach Europa schneller) – Erholung geht anders. Geld sparen ebenso: Hawaii ist teuer, und Maui die teuerste der Inseln. Ob für die Dorade im Fischrestaurant, das Benzin fürs Mietautos oder den Lei, die bekannte Blumenkette: Der “Maui-Aufschlag” ist bei Hawaii-Reisenden sprichwörtlich.

2.500€ pro Person für eine Woche Hawaii muss man einrechnen, die Hälfte davon für den Flug. Anders als an anderen exotischen Zielen sind vor Ort die Lebenshaltungskosten sehr hoch – viele Lebensmittel kosten das Drei- bis Vierfache wie hierzulande. Zur Hauptsaison (Dezember/Januar, Ostern und im Sommer) sind zudem Unterkünfte unter 200 US-Dollar pro Nacht rar. Selbst bei Airbnb sind die guten Unterkünfte ähnlich teuer und zudem schnell ausgebucht. Ost- und Nordküste (mit Paia als dem schönsten Örtchen) sind günstiger, aber auch windiger. Was Lage und Wetter angeht, ist daher Kihei im Süden für uns die erste Adresse. Daher der wichtigste Tipp: Wer zur Hauptsaison hierher kommt, sollte spätestens sechs Monate vorher buchen.

Warum uns Maui besser gefällt als Sylt oder Santorini

So hochpreisig Maui ist, selbstverliebt wie Sylt oder dekadent wie teilweise Santorini ist die die zweitgrößte der Hawaii-Inseln dennoch nicht. Im Gegenteil: Maui zieht Naturfreunde genauso an wie Camper und Golfurlauber; im schönsten Ort der Insel, in Lahaina, findet man Straßengrills neben Kunstgalerien, und unser angejahrtes Flughafenshuttle fährt ein Zahnstocher-kauender Hippie vergleichbaren Baujahrs.

Maui hat Selbstdarstellung einfach nicht nötig, denn wer einmal dort war, weiß, wie einmalig dieses Fleckchen Erde sechs Flugstunden vor der US-Westküste ist. Fast eine Woche sind wir hier, und haben selbst danach das Gefühl, noch einiges verpasst zu haben.

Beeindruckend ist vor allem, wie unterschiedlich die Klimazonen sind: Auf 3.055 m Höhe auf dem Haleakala finden wir tatsächlich Eiszapfen, nachdem wir kurz zuvor noch durch subtropische Wälder die Serpentinen zum erloschenen Vulkangipfel hochgefahren waren und morgens mit Grünen Meeresschildkröten im Pazifik geschnorchelt hatten. Seine Vielfalt verdankt Maui, wie das gesamte Archipel, dem Vulkanismus. Nach Big Island ist sie die zweitjüngste der Inseln, wobei der Haleakala, der Maui zu großen Teilen geformt hat, schon seit etwa 400 bis 600 Jahren ruht.

Durch Mondlandschaften und über Dschungelstraßen

Die Spuren seiner Aktivität sind aber überall zu finden: in den schroffen, ohne Bergschuhe kaum zu durchquerenden Lavafeldern an der Südküste, den pechschwarzen und tiefroten Sandstränden bei Hana im Osten und natürlich der Kraterregion am Gipfel. Dort kann man einen ganzen Tag lang durch eine karge Mondlandschaft wandern, in der es kein sichtbares Leben gibt außer ein paar Silberdisteln und Trockengräsern. Weltberühmt ist der Sonnenaufgang am Gipfelkrater, doch dafür muss man Wochen im Voraus ein Ticket kaufen, am Tag der Tage gegen 3.00 Uhr aufstehen, 90 Minuten Stoßstange an Stoßstange zum Gipfel hochfahren, um dort mit Hunderten anderen auf gute Sicht zu hoffen. Wer den Ehrgeiz mitbringt…

Aber auch, wenn man sich, wie wir, den 3-Uhr-Wecker erspart: Früh aufstehen ist auf Hawaii durchaus üblich. Vielleicht, weil hier eher Aktiv- als Resort-Touristen unterwegs sind. Vielleicht auch, weil die Sonne hier in den Subtropen unerwartet zeitig untergeht: Selbst im Juni wird es um kurz nach 19 Uhr dunkel, im Winter noch früher. Wer sein Jetlag am ersten Tag am Strand ausschläft, den weckt gerne mal die Dämmerung. In der Früh ist die Insel auch am attraktivsten: weil man die Dschungelstraße “Road to Hana” mit ihren 617 Kurven noch fast für sich hat, weil Delfine an der Südküste zumeist bei Sonnenaufgang patroullieren (Top-Spot: die Kamanamana-Bucht an der Südküste) oder weil die Schildkröten morgens gerne ungestört im seichten Wasser der Strände von Kihei Algen abgrasen.

Nachmittags, wenn die schwüle Luft gerade im Sommer am drückendsten ist, wird das Inselleben entsprechend ruhiger. Die schönsten und familientauglichsten Sandstrände bieten Wailea im Süden und Kanapali im Westen. Am besten ausklingen lässt man den Tag anschließend in Lahaina, wo die Sonnenuntergänge am farbenprächtigsten sind. Bei einem typisch hawaiianischen Shaved Ice mit Guaven- oder Ananas-Geschmack bei Ono Gelato oder beim Aperitiv im Koa’s, dem besten Fischrestaurant im Ort (unbedingt probieren: den gegrillten Thunfisch mit Mango Relish). Der beste Aperitiv ist übrigens nicht der allgegenwärtige Mai Tai, sondern eines der hervorragenden einheimischen Biere von Kona Brewing. Das Motto der Brauerei ist das perfekte Urlaubsversprechen: “Liquid Aloha!”

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