Kaua’i – zu Fuß unterwegs in Hawaiis Wanderparadies   Honeymoon auf Hawaii - Teil 2

Von einer Hawaii-Reise in nur einem Blogbeitrag zu erzählen, ist unmöglich. Daher haben wir unseren Bericht vom Once-in-a-lifetime-Trip in drei Teile verpackt. Nach Maui hatten wir Euch schon mitgenommen, nun – in Teil 2 – geht’s nach Kaua´i. Und auf keine Etappe unserer Reise waren wir vor dem Abflug mehr gespannt gewesen – denn die “Garteninsel” sei an Naturschönheit und tropischer Opulenz schwer zu überbieten, hieß es…

Kaua’i – zu Fuß unterwegs in Hawaiis Wanderparadies

Tatsächlich ist die westlichste der fünf großen Hawaii-Inseln aber auch ein Ort, mit dem nicht alle warm werden. Drei Belege:

  1. Das Bergpanorama hinter der Bucht von Hanalei ist weltweit einmalig. Wenn aber drei Tage lang tief hängende Wolken das Fotomotiv zerstören, verflucht man die tollen Aufnahmen aus der Google-Bildersuche. Und mit dem Wai’ale’ale-Massiv im Rücken als dem (!) zweitregenreichsten Ort der Welt kommt das häufiger.
  2. Die Küstenwanderung an der zerklüfteten und urwaldartigen Na-Pali-Coast gilt als die schönste des Pazifik. Wenn einen aber nach 2 Meilen 20 Mücken (!) gestochen haben, mag sich der Blick für die Pracht trüben.
  3. Und im steifen Westwind am Northshore-Strand zu sitzen – das kann man auf Norderney für weniger Geld.

Allerdings: Bei klarem Wetter gibt es kaum ein schöneres Fleckchen Erde als Kaua’i. Und die gute Nachricht ist: “Schlechtes” Wetter bedeutet hier zumeist Sonne und Schauer im Wechsel bei 22 bis 24 Grad – also immer noch besser als in mancher Sommerferienwoche hier in Deutschland. Zudem kann man, falls sich die Wolken im Norden zu stur an den Mount Wai’ale’ale klammern, immer noch in den Süden fahren. Denn wie vielerorts auf Hawaii ist das Klima dort deutlich trockener, wärmer und auch weniger windig (weswegen die “Northshore” wiederum bei Surfern so beliebt ist). Jenseits der Küstenörtchens Poipu weicht der subtropische Wald trockenen Wiesen und überwachsenen Plantagen.

Ein Muss für jeden Gast auf Kaua’i: der “Grand Canyon des Pazifik”

Die Inselgruppe lebte einst vor allem vom Zuckerrohr. Der Anbau von Ananas, für den das Archipel heute – dank Toast und Pizza Hawaii – so bekannt ist, kam erst viel später dazu. Heute sieht man von beidem nur noch wenig, dafür ist eine andere Erinnerung an die landwirtschaftliche Vergangenheit umso präsenter: Hühner und Hähne. Ausgewildert oder ausgerissen, leben sie heute freilaufend überall auf der Insel – ähnlich präsent (allerdings noch lautstärker) wie hierzulande Tauben oder Spatzen.

Zumindest im Gebirge hat man Ruhe vor ihnen – und das ist auch der Ort, wohin es die meisten Reisenden zieht. Denn hier ist Kaua’is Natur am spektakulärsten: Zwei Touren sollte man unbedingt machen. Den Kalalau-Trail an der Na-Pali-Coast und den ähnlich eindrucksvollen Waimea Canyon. In der auch als “Grand Canyon des Pazifik” bekannten Erosionslandschaft wandern wir in 700 Meter tiefe Schluchten hinein, kühlen unsere Füße in den vielen kleinen Bächen und Flüssen und freuen uns über wilde Ziegen, knallbunte subtropische Vögel und exotische Pflanzen. Einige gibt es nur hier auf Kaua’i, weil sie von der entlegenen Fleckchen nie den Sprung in andere Regionen geschafft haben.

Im Hubschrauber durchs Gebirge – spektakulär, aber teuer

Den Vulkanismus, der die Insel einst schuf, erkennt man hier – anders als auf Maui – auf den ersten Blick kaum mehr. Der Grund: Kaua’i ist die älteste der Inseln, Erosion und Vegetation haben es in den Jahrzehntausenden in ein einzigartiges Landschaftskunstwerk verwandelt. Die beeindruckendste Perspektive, die Pracht zu bewundern, ist zweifellos die aus der Luft: Es gibt zahlreiche Hubschrauberflüge in die Canyons und um die Felsklippen herum. Bevor man abhebt, sollte man sich aber gut informieren, welche Firmen vor allem aufs Geld gucken und welche (wie Mauna Loa Helicopters) bei schlechter Sicht auch mal von sich aus eine Tour stornieren. Denn bei tiefhängenden Wolken sind 250 bis 300€ pro Person und Flugstunde schlecht investiert.

Aber auch zu Fuß lässt sich das Kunstwerk Kaua’i toll erforschen, zumal es an jeder Ecke Überraschungen parat hält. An der Na-Pali-Coast etwa braucht man nur an der richtigen Stelle kurz vom Hauptweg abweichen, schon steht man vor dem 100 m hohen Hanakapiai-Wasserfall. Alleine, mitten im Urwald. Viele Touren lassen sich – mit Zelt und ausreichend Proviant – auch auf zwei oder drei Tage ausdehnen (wichtig: vorher Genehmigung fürs Zelten einholen!).

Wer die etwas gediegenere Variante mit festem Dach über dem Kopf vorzieht, ist in Poipu im Süden oder Hanalei im Norden am besten aufgehoben. Hanalei ist cooler, ein Surferort, den die Gentrifizierung gerade erst einholt. Wir begegnen vielen Wassersportlern, Weltreisenden, aber auch ein paar Hippies, die in den letzten 30 Jahren lieber mal den ein oder anderen Joint weniger geraucht hätten. Rund um den halbmondförmigen Traumstrand finden sich B&Bs und Pensionen (authentisch und bezahlbar ist das Hanalei Inn, Zimmer ab 159 Dollar). Eher überteuert erschien uns hingegen das Surfboard House. Tagsüber geht man wandern, surfen oder schlendert durch die Boutiquen und Galerien im Ort, und abends trifft man sich dann am Foodtruck. Unser Favorit hier: das Halbe Hühnchen bei “Chicken In A Barrel” für 11 Dollar – es reicht sogar für zwei.

Und beim Frühstückskaffee sehen wir die Wale springen

Poipu lebt von seinen Ressorts. Das schönste ist zweifellos das Grand Hyatt. Der üppige Garten und die dorfartige Gestaltung verdecken die Größe des Ressorts auf gelungene Art – anders als etwa im sehr betonwuchtigen Sheraton zwei Straßen weiter. Hier leben sie die Idee von Aloha: das familiäre, freundliche Miteinander im Einklang mit der Natur. Direkt zum Empfang bekommt jeder Gast seinen “Lei” umgehängt, die bekannte hawaiianische Blumenkette.

Die Naturliebe zieht sich durch das ganze Hotel: Wer entspannen will, liegt hier am Salzwasser-Pool mitten in einem beeindruckenden Palmenhain und Blumeninseln mit Papageien. Beim Frühstücksbuffet blickt man auf liebevoll angelegte Wasserfälle zwischen Lavafelsen. Und von der Kaffeeterrasse sieht man mit etwas Glück draußen auf dem Pazifik sogar Buckelwale springen. Am besten stehen die Chancen hierfür übrigens von Januar bis März – dann ist Paarungszeit und die Wale sind besonders übermütig.
Angenehm ist auch das Publikum. Natürlich trifft sich hier – angesichts von Doppelzimmerpreisen von 450 Dollar aufwärts pro Nacht – der 5-Sterne-plus-Tourismus. Aber es sind eher die Naturverbundenen und Abenteuerlustigen, die auch mal mit Wanderschuhen zum Frühstück kommen und sich die Stullen für die Canyon-Tour schmieren. Denn sie wissen: Dem wahren Luxus auf Kaua’i, dem begegnet man nicht am Buffet, sondern in der Natur.

Ihr wollt mehr über Hawaii wissen? Dann lest doch unseren Artikel „Maui auf Hawaii„!

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